Mangfalltal

„Glaube ist ein Geschenk“

von Redaktion

Bruckmühl – „Der Weg zu Gott kann niemals am Menschen vorbeiführen“ – dieses Zitat des heiligen Franz von Assisi trifft die Einstellung des neuen Pfarradministrators für die Pfarrverbände Bruckmühl-Vagen und Heufeld-Weihenlinden ziemlich genau. Pfarrer Augustin Butacu will das Menschsein, die Menschlichkeit und die „menschelnde Kirche“ in den Fokus rücken.

Als „starke Mannschaft“ sieht Pfarrer Butacu die Zusammenarbeit mit seinem Pastoralteam. „Von diesem soll der Geist Gottes ausgehen. Ich wünsche mir, dass alle an einem Strang ziehen“, betonte der Pfarrer gegenüber unserer Zeitung. Er sei aber immer noch „erst“ angekommen. Die beiden Pfarrverbände umfassen ein großes Gebiet mit umfangreichen Aufgaben. „Ich muss mich erst in alles einfinden. Aber das wird von Tag zu Tag besser und besser“, so der Geistliche.

Mittlerweile sind die Koffer und Kisten in der neuen Bleibe am Pfarrweg ausgepackt. „Ich fühle mich schon heimisch. Ich bin sehr herzlich aufgenommen worden“, bestätigte der Geistliche. Nur ein paar Teppiche und Bilder würden noch fehlen. Den Entschluss, in Bruckmühl zu wohnen und nicht in Heufeld, begründet er damit, dass „hier das Rathaus mit Bürgermeister ist und auch die Kirche mit Pfarradministrator sein sollte“. Außerdem ist der Standort ziemlich inder Mitte des Betreuungsgebiets gelegen. Jede „seiner“ Kirchen hat er mittlerweile schon in Augenschein genommen.

Getreu seinem Primizspruch „Herr, ich bin da, um Deinen Willen zu tun“ wirkt Pfarrer Butacu. Dabei verbindet er mit dieser Losung nicht nur die Bibel, sondern auch seine Mutter. „Sie sagte genau dieses Zitat zu mir, als ich die Berufschule zum Militärschneider abbrach und Priester werden wollte“, erinnert er sich. Diese Botschaft sei in seinem täglichen Bewusstsein und spiegle sich auch im „Vater Unser“ in der Zeile „Dein Wille geschehe“ wider. Bereits als Kind hatte er den Berufswunsch immer wieder vor Augen. „Ich bin quasi in einem Pfarrhof, wir wohnten nebenan, aufgewachsen und war auch Ministrant“, so der 44-Jährige.

Pfarrer Butacu ist ein Ordensmann durch und durch – obwohl er vor Kurzem aus dem Franziskaner-Minorit (siehe Kasten) ausgetreten ist. Den Gedanken daran trug er mehrere Jahre mit sich, ehe er sich zu dem Schritt entschloss. Jetzt ist er als sogenannter Weltpfarrer im Dienste des Herrn. „Dies geht zurück auch auf die Zeit des Kommunismus, als die Ordensbrüder zum Schutz ihre Zugehörigkeit verbergen mussten und als Weltpriester agierten“, so der Geistliche. Kirchenrechtlich ist er noch Pater, bis ihn die Erzdiözese endgültig als Pfarrer und Weltpriester aufnimmt. Der entsprechende Antrag dazu sei in Arbeit.

Dem „Übergangspfarrer“ Stefan Scheifele ist Butacu eigenen Angaben zufolge dankbar. „Er hat mir den Weg bereitet und auch Veränderungen bereits umgesetzt.“ Er wolle als geistlicher stets ein offenes Ohr für jedermann haben. „Man kann mit mir reden. Ich bin nicht der Herr der Gemeinde. Das ist Jesus. Wir als Geistliche sind sein Werkzeug“, betont Pfarrer Butacu.

Der Amtsantritt kurz vor Weihnachten berge zwar viel Arbeit in sich, sei aber zugleich eine erfüllende und freudige Zeit. Außerdem würde er so gleich viele Menschen kennenlernen, da zahlreiche Kirchgänger, die sonst nicht regelmäßig die Messen besuchen würden, zur Christmette kommen. Wenn umsetzbar, will der Geistliche künftig an der Kirchenpforte den Gläubigen an Weihnachten und Ostern den Segenswunsch persönlich aussprechen. Denn: Eine klare Linie in der Kirche ist in den Augen des Geistlichen wichtig: „Die Menschen brauchen etwas, woran sie sich orientieren können. Doch zugleich darf auch nichts übergestülpt werden. Die Einzelfälle sind wichtig und das auf den Menschen zugehen.“ Gerade bei der Jugend stelle er eine Sehnsucht nach Konstanz fest. „Der Herr leite mich“ – dieser Glaubenssatz hat für den Geistlichen nicht nur im Leben, sondern auch auf Bruckmühl bezogen eine besondere Bedeutung: Auf dem Weg zu einem Gottesdienst leitete ihn das Navi im Auto verkehrt. „Ich habe es dann ausgeschaltet und mit der Hilfe des Herrn den richtigen Weg gefunden“, so der Pfarrer. Er entspannt als Frühaufsteher unter anderem beim Putzen und bei Schnitzarbeiten. Letzteres begeisterte ihn im Rahmen einer Auszeit in einem Franziskanerkloster in Oberschwaben. „Dort arbeitete ich in einer Schreinerei und fertigte erstmals einen Hocker. Das Handwerk und das Geldverdienen damit machten mich demütig.“

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