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Schnellstes Internet für 60 Anwesen

von Redaktion

Babensham – Datenautobahnen in abgelegene Ortsbereiche der Gemeinde zu verlegen beschloss der Gemeinderat von Babensham. Das Förderverfahren „Höfe-Bonus“ aus dem Bayerischen Breitbandförderungsprogramm eröffnet der Gemeinde diese Möglichkeit. 60 Anwesen sollen so bis zum Jahr 2020 „High-Speed“-Verbindungen haben. In den ersten beiden Ausbaustufen mit schnellen Internetverbindungen wurden in der Gemeinde Babensham 860 Anwesen mit Kupferleitungen erschlossen. Die Investitionssumme belief sich auf etwa 900 000 Euro. Mit dem neu aufgelegten Breitbandförderungsprogramm des Freistaates Bayern „Höfe-Bonus“ sollen weitere 60 Anwesen nun mit superschnellen Internetleitungen versorgt werden. Bisher waren diese Ortsbereiche aufgrund der abgelegenen Standorte wegen Unwirtschaftlichkeit nur mit Datengeschwindigkeiten bis 15 Megabits berücksichtigt worden. Nun dreht sich das Ganze fast ins Gegenteil. Die bisher sehr kurz gekommenen Anschlusswilligen sollen nun mit Gigabit-Geschwindigkeiten surfen können. Dies verdankt sich den Bedingungen, unter denen das „Höfe-Bonus“-Programm aufgelegt wurde. Mindestens 80 Prozent der Förderungskandidaten müssen über Glasfaser erschlossen werden. Auf die Profiteure dieses Programms in den Randbereichen können die Nutzer in den Gemeindezentren nur neidisch blicken. Als „Wahnsinn, für ein paar Anwesen so viel Geld auszugeben“, bezeichnete Bürgermeister Josef Huber die Bedingungen dieses Förderprogramms. Dennoch wollen das Gemeindeoberhaupt und die Gemeinderäte sich dieser Chance nicht verschließen. Paul Wimmer meinte, dass „dies nur ein Einstig sein“ werde, denn die Zukunft werde den Glasfaserverbindungen gehören. Dass man diesen Anbindungen nichts in den Weg legen dürfe, sieht auch Georg Hainz im Hinblick auf die Landwirtschaft: „Die Digitalisierung macht auch im Agrarbereich nicht halt.“ Schnellste Breitbandverbindungen gehören laut Gemeinderat Roger Diller mittlerweile zur Grundversorgung und auch die finanziellen Aufwendungen der Gemeinde für diese Investition seien tragbar. Von den etwa 900 000 Euro veranschlagter Kosten hat die Gemeinde 150 000 bis 200 000 Euro aufzubringen. Mit der Beratung und Begleitung zum Förderprogramm „Höfe-Bonus“ beauftragte der Gemeinderat die Firma Corwese GmbH. Wer den Zuschlag für den Ausbau bekommt, ist laut Huber noch nicht klar. Vieles spricht für die Telekom, die den Ausbau der beiden ersten Phasen durchgeführt hat. Bezüglich des Geschäftsgebarens dieses Konzerns äußerte sich Huber allerdings sehr kritisch. Die Gemeinde habe alles bezahlt. Sie bekomme aber die anstehende Förderung in Höhe von 375 000 Euro von der Regierung nur, wenn sie einen Bestandsplan vorlege. „Wir betteln die Telekom an, uns diese Dokumentation zukommen zu lassen“, so Huber. Wegen des Fehlens dieser Unterlagen sei die Auszahlung der Regierung bis zum Frühjahr eingestellt worden. „Es ist ein Trauerspiel mit der Telekom“, meinte Huber auch zum Thema Bauarbeiten. Es werde furchtbar schlampig gearbeitet und man werde hinsichtlich der notwendigen Nachbesserungen nur vertröstet, es finde sich aber kein Verantwortlicher, so Hubers Beschwerde.

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