Brüssel – Die Nato will sich im kommenden Jahr um einen intensiveren Dialog mit Russland bemühen. „Ich gehe davon aus, dass wir mehr Treffen haben werden und dass wir auch die militärischen Kommunikationskanäle mehr nutzen werden“, sagte Generalsekretär Jens Stoltenberg. In beiden Bereichen gebe es Bewegung und das gesamte Bündnis stehe dahinter. Dialog sei neben Abschreckung der zweite Pfeiler der Russlandpolitik, sagte Stoltenberg.
Für einen stärkeren Austausch mit Russland hatte sich innerhalb der Nato zuletzt vor allem Deutschland eingesetzt. Außenminister Sigmar Gabriel (SPD) forderte, „mit Russland im Gespräch zu bleiben“. Die USA hatten sich dagegen sehr kritisch geäußert. So sagte US-Außenminister Rex Tillerson noch Anfang Dezember, nur um des Redens willen solle es keine Gespräche geben. Eine Normalisierung des Dialogs und regelmäßige Treffen mit Russland seien nur denkbar, wenn es Fortschritte bei der Lösung des Ukrainekonflikts gebe.
Der Kompromiss für 2018 sieht nun offensichtlich vor, sich um einen Ausbau der Kontakte zu bemühen, dabei aber ganz klar zu machen, dass es nicht um ein Normalisierung der Beziehungen, sondern um die Lösung von konkreten Problemen geht. Schon in der Vergangenheit war beispielsweise im Nato-Russland-Rat diskutiert worden, ob Militärmanöver durch bessere Kommunikation und gemeinsame Standards sicherer gemacht werden könnten.
Mehr Treffen könnte es vor allem im Nato-Russland-Rat geben, der als wichtigstes Forum für politische Gespräche zwischen dem westlichen Militärbündnis und Russland gilt. Er wurde 2002 gegründet, um Russland eng in die Arbeit der Militärallianz einzubinden und Vertrauen zwischen den einstigen Gegnern zu bilden. 2017 kam der Nato-Russland-Rat lediglich dreimal zusammen.