Mangfalltal

Beleuchtung für Radweg

von Redaktion

Bad Aibling – Auch der Fahrradweg zwischen Bad Aibling und Unterheufeld soll eine Beleuchtung erhalten. Einen entsprechenden Antrag der ÜWG-Fraktion befürwortete der Stadtrat in seiner jüngsten Sitzung bei zwei Gegenstimmen.

Der Radweg wird, wie die ÜWG argumentierte, von vielen Schülern und Erwachsenen regelmäßig auch in den Abendstunden viel genutzt. Forderungen, diesen aus Sicherheitsgründen zu beleuchten, gebe es bereits seit Jahren.

„Bis dato scheiterte das Unterfangen an den ,zu hohen Kosten´. Wenn wir uns jedoch als Schulstadt und Radlstadt verstehen wollen, sollten wir alles tun, damit das Radfahren mit einem guten, sicheren Gefühl im gesamten Stadtgebiet für Jung und Alt möglich ist“, betonte Kirsten Hieble-Fritz (ÜWG). Die Radwege nach Berbling, Mietraching und Ellmosen seien bereits beleuchtet, lediglich die viel befahrene Strecke nach Unterheufeld liege nach wie vor im Dunkeln.

Der betreffende Radweg zwischen der Westendstraße und dem Bahnübergang in Unterheufeld hat laut ÜWG eine Länge von eineinhalb Kilometern. „Bei einem vernünftigen Leuchtenabstand müssten etwa 35 und 40 Solar-Leuchten eingesetzt werden“, meinte die Bauverwaltung, als das Thema zunächst im Bauausschuss behandelt wurde. Auch eine reduzierte Version mit einem längeren „Lichtpunktabstand“ sei grundsätzlich denkbar.

Die Kosten pro Lichtpunkt – für Kauf, Vorbereitung, Bodenhülse, Splittverfüllung, Installation, Programmierung und Inbetriebnahme – bezifferte sie mit knapp 3000 Euro netto. Mit Solarleuchten immerhin mache man sich unabhängig von Kabelwegen, Leitungsbau et cetera. Bei 40 Leuchten würden, so hieß es in der Bauausschusssitzung, grob geschätzt rund 140 000 Euro kosten. Hinzu kämen die Bodenbohrungen für die Bodenhülsen mit 6000 Euro.

Die ÜWG erachtet laut Hieble-Fritz und Irmgard Ranner-Sobihard allerdings 28 Lampen als ausreichend und war bei ihren Berechnungen auf 73 000 Euro ohne Mehrwertsteuer gekommen. Die Bodenbohrungen (laut Verwaltung rund 150 Euro pro Leuchte) für 4200 Euro könnten durch die Stadtwerke erfolgen, so der Vorschlag der ÜWG.

„Ich kann nicht umhin, dem Antrag zuzustimmen. Aber schön langsam mache ich mir Sorgen um unseren Haushalt“, meinte dazu Heidi Benda (GOL), als das Thema im Bauausschuss vorberaten wurde. Dieter Bräunlich (ÜWG) gab ihr zwar recht: „Klar müssen wir sparen.“ Doch es gehe um die einzige noch nicht beleuchtete Verbindung zu einem Ortsteil und um den Schutz der Bürger. In Anbetracht der 30 Millionen Euro, die für den Neubau der St. Georg-Schule im Raum stehen (wir berichteten), sei es nicht in Ordnung, bei einer Summe von rund 80 000 Euro in dieser Weise zu diskutieren. „Zu 99 Prozent“ denke er in dieser Angelegenheit wie Bräunlich, meinte Florian Weber (Bayernpartei). Dennoch komme er zu einem anderen Ergebnis: „Wenn wir uns solche Projekte wie die St. Georg-Schule leisten, müssen wir andere Vorhaben ablehnen, auch wenn wir sie gut finden. So ein großer Posten verhindert leider vieles.“

Man habe bislang „herzlich wenig bis nichts“ für Fahrradwege ausgegeben, gab Richard Lechner (SPD) zu bedenken und erinnerte an andere Projekte, bei denen der Eigenanteil der Stadt wesentlich höher gelegen habe und über die weniger diskutiert worden war.

Nachdem der Bauausschuss dem Stadtrat bei einer Gegenstimme empfohlen hatte, dem ÜWG-Antrag zuzustimmen, kam es in dessen Dezember-Sitzung zu keinen größeren Debatten mehr. Die Verwaltung hatte zwischenzeitlich die Daten angeglichen: Laut einem Angebot der Stadtwerke Bad Aibling würden auf einer Strecke von circa 1400 Metern insgesamt 28 Mastleuchten mit Solartechnik aufgestellt. Der Abstand zwischen diesen Leuchten beträgt rund 50 Meter. Das Angebot schließt mit einer Brutto-Summe von knapp 87 400 Euro ab. Hinzu kommen Bodenbohrungen für die Leuchtenhülsen und die dazugehörige Splittverfüllung mit Kosten von 7000 Euro.

Bei zwei Gegenstimmen beschloss der Stadtrat, die Gesamtkosten von rund 95 000 Euro in den Haushaltsplan 2018 aufzunehmen.

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