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Integrationsprojekte Fußball und Theater

von Redaktion

Wasserburg – Beim Infoabend über die in Wasserburg geleistete Integrationsarbeit stellte Geschäftsführerin Agnes Matrai die Aktivitäten ihrer Volkshochschule vor. Als Meisterin in der Acquisition von Drittmitteln zur außerplanmäßigen Förderung von Flüchtlingen stellte sich Matrai selbst scherzhaft als „Drittmittel-Queen“ vor. Gegenwärtig finden in der Volkshochschule Wasserburg 120 allgemeine Integrationskurse statt, die mit knapper Mehrheit von Nicht-Flüchtlingen besucht werden, sodann 46 Basis-Sprachvermittlungskurse, 26 Integrationskurse mit Alphabetisierung und acht Sprachkurse für Fortgeschrittene. Aus Drittmitteln gefördert werden 47 Projekt-Kurse zur sprachlichen Erstförderung von Geflüchteten und zwölf Alphabetisierungskurse zum Lernen von deutsch lesen und schreiben. Anerkannte Flüchtlinge sind zum Besuch von Integrationskursen verpflichtet, die Kurs- und Fahrtkosten werden vom „Bundesamt für Migration und Flüchtlinge“ (BAMF) übernommen. Mütter mit Kindern unter drei Jahren werden in der Regel nicht verpflichtet. Bürger der Europäischen Union können vom BAMF eine Berechtigung zum Besuch eines Integrationskurses bekommen, müssen aber die Hälfte der Kurskosten tragen. Bei finanzieller Bedürftigkeit können die Kosten auch übernommen werden. Das selbe gilt Menschen aus „Drittländern“, die also keine EU-Bürger und keine Flüchtlinge sind und von der Ausländerbehörde verpflichtet werden, Integrationskurse zu belegen. Jeder kann indes diese Kurse bei voller Zahlung der Kursgebühren belegen. Darüber hinaus, so berichtete Agnes Matrai, wollten etliche Flüchtlinge mit unklarer Aufenthalts-Perspektive diese Integrationskurse belegen, doch die Gebühren von 390 Euro für 100 Stunden könne dieser Personenkreis nicht aus eigener Kraft bezahlen. „Für solche Leute versuche ich Drittmittel zu generieren, im eigenen VHS-Verband wie auch in enger Zusammenarbeit mit Berufsschule, FOS und BOS.“ Dabei müsse stets bedacht werden, dass das BAMF hier das Sagen habe und genau bestimme, wie Einstufungstests zu laufen hätten, welche Lehrmittel verwendet würden, wer Lehrkraft sein dürfe und sogar wie die Lehrräume ausgestattet werden müssten. Ein großes Problem sind auch die Fahrtkosten. Während der Schulzeit, so berichtete Agnes Matrai von ihren Erfahrungen, könnten die Flüchtlinge mit den Schulbussen anreisen, aber während der Schulferien, wenn diese Busse nicht verkehrten, würde das zum Problem. Zudem die Flüchtlinge zur Teilnahme verpflichtet seien und Säumige den zuständigen Job-Centern gemeldet würden. Hier gehe die VHS finanziell in Vorleistung, um die Fahrtkosten zu begleichen, die oft erst Wochen später von der BAMF zurückerstattet würden – dies aber geschehe zuverlässig. Die Integrationskurse bestehen aus 600 oder 900 Stunden Sprachkurs plus 100 Stunden Orientierungskurs. Vermittelt werden deutsche Sprachkenntnisse, deutsche Rechtsordnung, Kultur und jüngere deutsche Geschichte. Mit einem umfassenden Test wird der Integrationskurs abgeschlossen. Wer die Prüfung nicht besteht, darf 300 Stunden als Quereinsteiger in einem bereits laufenden Integrationskurs wiederholen. Dieses ausgeklügelte System, so Agnes Matrai, bedürfe eines enormen Aufwands an Organisation vor Kursbeginn, während der Laufzeit und nach dem Abschluss – gemäß den Richtlinien des BAMF. Im nächsten Semester will die Geschäftsführerin der VHS Wasserburg mehr Angebote an Deutschkursen aufnehmen, die aus Drittmitteln gefördert werden, zudem weitere Sprachkurse für Fortgeschrittene. Zwei neue hoffnungsvolle Integrationsprojekte Außerdem strebt die VHS eine Zulassung an als Träger und Anbieter sowohl für berufsbezogene Sprachförderung als auch für das Spezialmodul „nichtakademische Gesundheitsberufe“. Schließlich berichtete Agnes Matrai noch von zwei hoffnungsvollen Integrations-Projekten: der Gründung einer Fußballmannschaft und dem Aufbau einer Schauspieltruppe für Ausländer und Einheimische. In dieses Umfeld gehört auch die Fotoausstellung „Integration in Wasserburg“ von Justine Betzl und Heidi Stiehler von der VHS-Fotogruppe, die derzeit im Gebäude der Volkshochschule Wasserburg zu sehen ist. Für ihr Engagement bekamen die beiden Damen je einen Geschenkkorb überreicht.

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