Mühldorf – Mit einem Wettermandl will Jagdmusseums-Besitzer Hans Kotter eine liebenswerte Attraktion für den Mühldorfer Stadtplatz schaffen. Es wird eine Tonne schwer, mannshoch, zumindest, wenn man einen kleinen Mann als Maßstab nimmt, und ziemlich beweglich: Wettermandl nennt Hans Kotter seine Kreation, die demnächst auf dem Stadtplatz stehen soll. Mitten drauf, gleich neben der Bushaltestelle.
Und damit etwa 250 Meter Luftlinie entfernt von Kotters „Jagdmusseum“, das ganz im Stil Karl Valentins so manche Absurdität birgt. Jetzt zieht es den Kuriositätenkünstler Kotter nach draußen, mitten ins Stadtleben. Dort will er Passanten eine Freude machen. „Denk’ nur mal an die Kinder, die können das drehen“, sagte er, seine Augen glänzen in kindlicher Vorfreude. Kotter mach keinen Hehl daraus, dass er die Vorlage in Bayreuth gefunden hat, wo ein drehbarer Steinklumpen als Kunstwerk mitten in der Fußgängerzone steht. Er hatte so viel Freude an dem Stein, dass ihn seitdem der Gedanke beschäftigt, wie er in Mühldorf etwas ähnliches aber kottermäßigeres schaffen könne.
So weit der Weg von Bayereuth an den Inn ist, so weit musste Kotter laufen, bis endlich ein Standplatz gefunden war. Immer wieder sprach er im Rathaus vor und fand schließlich vor allem bei Stadtbaumeisterin Birgit Weichselgartner ein offenes Ohr und damit auch Zugang zur Bürgermeisterin Marianne Zollner. Geagt getan, ein Platz wurde gefunden, der Bauhof buddelt das Mandl ein, jetzt steht der kleinen Attraktion nichts mehr im Weg.
Aber noch ist das Wettermandl nur ein roher Steinklumpen, der beim Bildhauer Erst Lechner in der Ampfinger Werkstatt steht. Aus ihm will der Künstler den etwas dicken Kerl hauen, der – die Hände in den Hosentaschen vergraben und den Blick gen Himmel gerichtet – auf dem Stadtplatz vom Wetter kündet.
Gut 10 000 Euro kostet das Mandl aus Jura-Kalkstein, das auf einem Edelstahlfuß stehen wird und sich drehen kann. Seine Wettervorhersage wird eher in den Bereich der Wetterinterpretationshilfe fallen: „Mandl nass – dann Regen, Mandl warm – dann Sonne, Mandl weiß – dann Schnee“ Ein echter Kotter halt.
Der Einzug des Wettermandls auf den Stadtplatz ist nur mit Hilfe von Sponsoren möglich. Denn allein könnte Kotter die Kosten nicht stemmen. Die VR meine Raiffeisenbank und die Firma ODU helfen deshalb mit je 5000 Euro. Die Zusammenarbeit mit ODU endet aber nicht mit der Spende. Im Rahmen der Lehrlingsausbildung, zu der auch der Kunstunterricht gehört, sollen die jungen Leute beim Aufstellen des Wettermandls mitarbeiten. Dann lernen sie nicht nur Stecker präzise zu drehen, sondern ein kurioses Kunstwerk zur Freude der Mühldorfer zu installieren.
Bleibt am Ende noch die Frage nach der Beleuchtung. Auch da hat Hans Kotter genaue Vorstellungen: Angestrahlt soll es werden, von unten, wenn möglich in wechselnden Farben. „Das wär doch toll?“ fragt er, freut sich und zieht wieder Richtung Rathaus los, um der Stadtbaumeisterin und der Bürgermeisterin auch noch dieses Zugeständnis aus den Rippen zu leiern. hon