Seeon – Kloster Seeon ist gerüstet für die Klausurtagung der CSU-Landesgruppe im Deutschen Bundestag, die zum zweiten Mal in Seeon stattfindet. Vom morgigen Donnerstag bis Samstag werden hochrangige Gäste erwartet, darunter auch der Ex-Boxer und Bürgermeister aus Kiew, Vitali Klitschko. Auch der ungarische Regierungschef Viktor Orban wird zur 42. Klausurtagung erwartet, deren Schwerpunkt die Positionierung der CSU für die Koalitionsgespräche mit der SPD bilden wird. Dazu zählt nach Angaben des Traunwalchner Bundestagsabgeordneten und ehemaligen Vorsitzenden der CSU-Landesgruppe, Dr. Peter Ramsauer, vor allem eine klare, unmissverständliche Haltung in der Flüchtlings-, Sozial- und Steuerpolitik. „Wenigstens die CSU muss zeigen, wofür die Union steht, die CDU lässt das leider vermissen“, so Ramsauer im Vorfeld der dreitägigen Winterklausur im Gespräch mit der Chiemgau Zeitung. Der Gastgeber, das Kultur- und Bildungszentrum des Bezirks Oberbayern, ist gerüstet. „Wir sind bestens vorbereitet und warten nur noch auf die Gäste“, erklärte der Leiter von Kloster Seeon, Gerald Schölzel. Erwartet werden 70 bis 90 Politiker plus Stab sowie über 160 Journalisten und eine große Anzahl an Sicherheitskräften, die alle versorgt sein wollen. Den Gästen, so Schölzel, werde es an nichts fehlen. „Die Lager und Keller sind gefüllt.“ Schölzel und sein Team haben auch ein paar Änderungen vorgenommen. „Wir werden sowohl die Kulinarik als auch die Marke CSU noch professioneller präsentieren.“ Der Festabend wird aus Platzgründen außerhalb der ehemaligen Klostermauern stattfinden. Um den Anforderungen mit Bühne und Technik gerecht zu werden, findet dieser im Landgasthof „Alte Zollstatoin“ in Pittenhart statt. Auch die Gemeinde ist auf das Großereignis vorbereitet. „Wir kennen das ja schon vom letzten Jahr“, sagt der Geschäftsführer der Gemeinde, Dominik Huber. Die letztjährigen Erfahrungen hätten gezeigt, dass die Bürger mit Ausnahme von Straßensperren durch das Großereignis nicht beeinträchtigt werden. Komplett für die Öffentlichkeit gesperrt wird die Klosterinsel. Sollte sich der Winter zurückmelden, wird der gemeindliche Bauhof auch für den Winterdienst abgestellt. Einen wichtigen Part bei der Parkplatz-Einweisung und für Absperrmaßnahmen spielt die Feuerwehr Seeon. Nach Angaben von Bürgermeister Bernd Ruth habe die Polizei klar signalisiert: „Ohne die Feuerwehr geht es nicht“. Die Verwaltung habe sich deshalb darauf verständigt, dafür den Kommandanten für mehrere Tage frei zu stellen. Ebenfalls hält die Gemeinde Flächen für einen Hubschrauber-Landeplatz und für mögliche Demonstrationen vor. Bislang wurden aber keine Kundgebungen angemeldet. Ebenfalls vorbereitet ist die Gemeinde für den Einsatz einer sogenannten Hundertschaft der Polizei. Untergebracht würden die Einsatzkräfte in der Turnhalle. „Wir haben das auch bereits mit dem Sportverein abgesprochen“, so Ruth. Der Bürgermeister ist davon überzeugt, dass von dieser Veranstaltung nicht nur das Kloster Seeon sondern auch die Gemeinde und ganze Region profitiert. „Die Zahl der täglichen 200 bis 300 Klicks auf der Homepage sind auf etliche Tausende gestiegen“ Auch die Trauungen in Seeon hätten wieder an Anziehungskraft gewonnen, so Ruth. „Das ist Werbung für die Region zum Nulltarif.“ Für die Winterklausur wurden verstärkte Sicherheitsmaßnahmen getroffen. Laut Polizei geht es aber nur um das nahe Umfeld des Klosters. Die Polizei ist rund um die Uhr zum Schutz der Klausurteilnehmer vor Ort. Auch wenn es für die Polizei im Vorjahr wie am Schnürchen lief, kann sie sich nicht auf die Pläne des Vorjahres stützen. „Hinter uns liegt eine wochenlange intensive Arbeit“, erklärte Hauptkommissar Martin Hammerl von der Polizeiinspektion Trostberg. Dank professioneller Mitarbeiter wurde ein bis ins Detail durchdachtes Sicherheitskonzept erarbeitet. „Sämtliche Abläufe sind minutiös getaktet und wir sind auch für alle Eventualitäten gerüstet“, so Hammerl. Lobend erwähnt der Einsatzleiter dabei die Zusammenarbeit mit dem Kloster und der Gemeinde. Alle seien in die Struktur mit eingebunden – vom Hausmeister bis zur Feuerwehr. ga