Herrenchiemsee – Im Jahr eins schwebte der Geist des Mitbegründers und Intendanten Enoch zu Guttenberg noch über der Insel. Vor seinem Tod 2018 hatte er noch am Programm der Herrenchiemsee-Festspiele 2019 mitgewirkt. Erfolgreich, wie man sehen kann: Mit dem ausverkauften Eröffnungskonzert mit Musik von Vivaldi im Münster gab Barockspezialist Fabio Biondi die Richtung vor. Auf 90 Prozent sei die Auslastung gestiegen, verkündete Josef Kröner, geschäftsführender Programmdirektor. Die ersten vier Konzerte waren ausverkauft, dazu das Konzert des Münchner Rundfunkorchesters unter Ljubka Biagioni, „Die Trompeten von Versailles“, sowie „Abgötter“ mit Beethoven, Wagner und Bruckner. Gerade dieses letzte Konzert mit der Klangverwaltung unter Kent Nagano habe „eine unglaubliche Intensivität“ besessen und sei enthusiastisch aufgenommen worden, sagte Kröner. Guten Zuspruch fand auch das Kammerkonzert mit dem „Quatuor Mosaïque“. Die Festspiele sind als „Leuchtturmprojekt“ des Bayerischen Kunstministeriums gesichert. So kann man 2020 das 20-jährige Bestehen, vor allem aber den Geburtstag eines Großen feiern: Die Klassikwelt feiert im kommenden Jahr den 250. Geburtstag von Ludwig van Beethoven. Da kann eine Insel nicht abseits bleiben, mag auch das Motto anders lauten: „Der Welt entrückt“.
Positiv auch: Die schon totgemeldeten Inselkonzerte gehen weiter –und feierten unter den neuen Kuratoren, dem Bratschisten Niels Mönkemeyer und dem Pianisten William Youn, einen Aufschwung.