Saison der belohnten Wagnisse

von Redaktion

Gut Immling: „Turandot“ und viel Abwechslung bescheren gute Saison

Halfing – Gut Immling im abgelaufenen Jahr, das war nach den Zahlen der Veranstalter ein großer Erfolg. 17500 Musik- und Opernfreunde besuchten 2019 das Festival.

Und doch lautete während der Saison die Frage nicht nur was, sondern ob weiterhin etwas auf dem Spielplan stehen würde. „Immling-Festival noch nicht gerettet“, so lautete eine Online-Schlagzeile des OVB im Sommer. Da war zwar die aktuelle Saison in trockenen Tüchern; über der Zukunft allerdings schwebten Zweifel. Weil Kultur eben nur in Ausnahmefällen in einem Reitstall stattfinden darf. Die Genehmigung wurde zwar in über 20 Jahren stets erteilt, doch drängt das Landratsamt seit geraumer Zeit auf eine offizielle Umwidmung des landwirtschaftlichen Gebäudes.

Um so größer dürfte die Erleichterung bei den zahlreichen Freunden des Festivals gewesen sein, als man Anfang November das neue Programm vorstellte, beginnend erneut mit einer fernöstlichen Oper von Puccini – „Madame Butterfly“ – und auch im weiteren Verlauf das bewährte Muster verfolgend. Denn das Konzept Abwechslung und Farbenreichtum, leichtere Kost neben Klassikern zieht, wie der Sommer 2019 zeigte. Für Puccinis „Turandot“ ließen Intendant Ludwig Baumann und die musikalische Leiterin Cornelia von Kerssenbrock sogar den Graben vergrößern, um den riesigen Orchesterapparat unterzubringen. Ein Wagnis, das sich auszahlte. Mit Johann Strauss‘ „Die Fledermaus“ präsentierten die beiden seit mehr als 15 Jahren erstmals eine Operette, Mozarts „Don Giovanni“ vervollständigte den erfolgreichen Premierenreigen.

Ansonsten galt: Überraschung, und zwar in überraschendem Ausmaß. Vom Musical „Shrek“ bis hin zu „Cloud Music“ präsentierte Immling ein reiches Angebot. Letzteres war die erste allein verantwortete Produktion von Ludwig Baumanns Sohn David Goldberg und sorgte mit Videos, Tanz und zeitgenössischer Musik für einen Hauch von Avantgarde. Auch sonst war Immling angetan, Schwellenängste vor Hochkultur abzubauen. Etwa mit Galas wie der „Großen Nacht des Musicals“ oder „Gala der Opernchöre“, dem „Finale Grande“ oder auch Liederabenden vor dem Festspielhaus und das Atelierkonzert mit dem Pianisten Kit Armstrong – für jeden Geschmack war etwas dabei.

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