Zwölf Jahre arbeitete Claude Lanzmann (1925-2018) an dem monumentalen Werk „Shoah“. 1985 veröffentlichte er den eindrucksvollen Film, der Zeugnis über den Holocaust ablegt. Lanzmann geht an Orte des Verbrechens, besucht Opfer, Täter oder solche, die von der Vernichtung der Juden profitiert haben. Erschütternd ist es, die Freude zu sehen, die polnische Bäuerinnen, mit denen Lanzmann spricht, darüber empfinden, dass die „hübschen jüdischen Frauen“ nicht mehr als Konkurrenz im Dorf sind. Sie sind nicht mehr, weil sie ermordet wurden – das erwähnen die lachenden Frauen nicht. 2020 rief das Internationale Literatur Festival Berlin zum Auschwitz Gedenktag am 27. Januar zum weltweiten „Shoah“-Screening auf. Weil das heuer nicht möglich ist, gibt es „Shoah“ jetzt online. Neuneinhalb Stunden, die man nicht vergessen wird. kjk