Dass Druckertinte rein rechnerisch oft teurer ist als Champagner oder Chanel N˚5 – daran haben sich die meisten Nutzer in den letzten Jahren und Jahrzehnten zähneknirschend gewöhnt. Nun hat es Canon aber offenbar übertrieben. In den USA wurde eine Sammelklage eingereicht, weil bei mehreren Kombidruckern der Japaner auch Fax und Scanner nicht mehr funktionieren, wenn die Patronen leer sind. Technisch wäre zum Faxen und Scannen natürlich keine Tinte erforderlich. Trotzdem blockiert Canon in diesem Fall die kompletten Funktionen der Geräte. Die Japaner bestätigen das in einer Mail an einen Kunden, der sich darüber beschwert hatte.
Darin heißt es: „Beim Pixma MG6320 müssen alle Tintentanks installiert sein und Tinte enthalten, um die Funktionen des Druckers nutzen zu können. Das Problem lässt sich lösen, indem eine neue und volle Patrone eingesetzt wird. Eine andere Lösung gibt es dafür nicht.“ Laut Klage zwingt das Kunden dazu, grundlos Patronen des Unternehmens zu kaufen und damit dessen Gewinne zu steigern. Der Streitwert liegt bei mehr als fünf Millionen Dollar. Canon drohen nach einem mutmaßlich langen juristischen Verfahren Schadenersatzzahlungen. Die Japaner sitzen buchstäblich in der Tinte. jh