Eigentlich verbieten sich Zugaben nach den „Goldberg-Variationen“. Vor allem, wenn sie nicht aus der Feder von Bach selbst stammen. Angesichts dessen, dass es für viele im Herkulessaal das letzte Live- Konzert auf absehbare Zeit gewesen sein könnte, schien Lang Lang (Foto: Jörg Carstensen/dpa) sein Publikum aber nicht einfach so heimschicken zu wollen und revanchierte sich für die Standing Ovations mit einer virtuosen Darbietung des chinesischen Jasminblüten-Liedes, das auch Puccinis „Turandot“ schmückt. Ein im wahrsten Sinne blumiger Kontrast zu Bachs introvertiertem Meisterwerk, bei dem Lang Lang nach der hoch konzentrierten Aria zunächst noch auf der Suche nach dem richtigen Maß schien und eher technisch brillante Einzelmomente aneinanderreihte. Umso gelungener dagegen die letzten zehn Nummern. Von einer inneren Ruhe, die vor allem die langsamen Variationen subtil leuchten ließ und eine neue Seite des Pianisten offenbarte. TOBIAS HELL