Länge läuft, lädt und spart

von Redaktion

Alltagserfahrungen mit dem neuen Passat von Volkswagen

Längst ist der Passat von Volkswagen ein Klassiker. Inzwischen geht die neunte Generation an den Start, den VW gibt es nur noch als Variant. Wir haben unsere Siebensachen in den Kombi eingepackt und wollten wissen, ob er nach über 30 Millionen gebauten Exemplaren immer noch gut ist.

So groß wie
noch nie

Lob: Er ist so groß wie noch nie. 4,92 Meter misst er in der Länge, satte 15 Zentimeter mehr. Die daraus resultierenden fünf Zentimeter mehr Radstand erfreuen vor allem Passagiere im Fond, die ihre Beine noch weiter von sich strecken können. Und wer einladen will, kann dies tun: Offiziell wird die Laderaumlänge mit 216 Zentimetern angegeben, wir brachten auch Drei-Meter-Stücke unter. Bis zu 1920 Liter Gepäck passen rein, das maximal 558 Kilogramm schwer sein darf. Mehr kann in dieser Klasse nur der Konzernbruder Skoda Superb Combi einladen.

Als praktisch im Alltag erwiesen sich die Fernentriegelung für die Rücksitze, mit der man an der Kofferraumklappe stehend bequem Platz schafft. Sinnvoll ist auch das Laderaumpaket für 270 Euro mit Fixierschienen gegen das Verrutschen. Zusatzstauraum bietet das Fach unterm Kofferraumboden.

Richtig sparsam

Wir waren mit der Einstiegsmotorisierung unterwegs, dem 1.5 eTSI mit 150 PS. Der Mildhybrid ist mit einer Höchstgeschwindigkeit von 222 km/h angegeben, das maximale Drehmoment liegt bei 250 Nm. Bei einem Leergewicht von 1730 Kilogramm ist man also eher dezent unterwegs. Und so fährt man ruhig und entspannt und dank niedrigem cW-Wert auch sehr leise durch die Lande. Bei geringer Anforderung ans Antriebsaggregat werden zwei Zylinder abgeschaltet, wenn das Auto segelt, ist’s komplett aus und im Cockpit erscheint das Wort Freilauf. Dann wird richtig Sprit gespart.

Großer Platzbedarf

Kritik: Die lange Karosserie führt dazu, dass sich der Wendekreis auf zwölf Meter erweitert. Man muss also bereits bei eher harmlosen Einpark- und Rangiermanövern ordentlich am Lenkrad kurbeln. Zum Glück sind ausreichend gute Assistenzsysteme an Bord.

Hohe Anschaffungskosten

Kosten: Große Augen machten wir angesichts des kleinen Verbrauchs. Unser Benziner konsumierte so gut wie nie mehr als sechs Liter auf 100 Kilometer. 5,5 Liter errechneten wir schließlich als Durchschnittsverbrauch, was mit dem 66-Liter-Tank für eine theoretische Reichweite von rund 1200 Kilometern gut ist. Mehr ins Geld geht die Anschaffung: 39995 Euro kostet der Passat in der Basisversion, unser Testwagen in der Business-Ausstattungsversion nähert sich dagegen der 60000-Euro-Marke.

Fazit: Der Passat bleibt der Passat. Praktisch und unaufgeregt transportiert man Menschen und Ladung. An Tankstellen fährt man oft vorbei, aber der Blick auf die Preisliste trübt die Freude am Einladen. Volker Pfau

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