„Wir wollen etwas zurückgeben“

von Redaktion

Chrissi (27) und Maria (24) Plank singen beruflich und sind als Duo auf Hochzeiten, Christkindlmärkten oder auf dem Herbstfest unterwegs. Nun möchten die beiden Schwestern aus Breitbrunn mit einem Benefizkonzert etwas zurückgeben und eine lokale Hilfsorganisation unterstützen.

Breitbrunn/Rosenheim – Sie kann so schnell nichts aus der Ruhe bringen. Chrissi und Maria Plank aus Breitbrunn halten von Stress nicht viel und vertrauen darauf, dass alles hinhaut. Die beiden Schwestern sind das Duo „Musik vom und fia’s Herz“ und begleiten Taufen, Hochzeiten, Trauerfeiern oder auch Geburtstage musikalisch. Weil im Winter nur wenige Leute heiraten, wollen sie die freie Zeit nutzen: für ein eigenes Benefizkonzert in der Chiemseehalle in Breitbrunn.

Auch im Festzelt
stimmgewaltig

„Normalerweise werden wir gebucht und singen nur auf Christkindlmärkten. Das war ein Grund für das Konzert: Wir wollen öffentlich singen und auch einfach etwas zurückgeben“, sagt Chrissi Plank. Die 27-Jährige arbeitet unter der Woche Teilzeit in einem Büro. Freitags tritt sie aber zusammen mit ihrer Schwester bei verschiedensten Anlässen auf. Im September findet man sie im Flötzinger Bierzelt auf dem Herbstfest in Rosenheim. Natürlich auf der Bühne und mit dem Mikrofon in der Hand. „Musik ist mein Leben. Ich fahre mit dem Auto erst los, wenn Musik läuft“, sagt Chrissi Plank. Im ersten Punkt stimmt ihr ihre Schwester, Maria Plank, zu. „Für mich ist Musik eine Lebensaufgabe“, sagt die 24-Jährige. Sie habe einmal aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr singen können. „Das war nicht mehr ich“, sagt sie.

Das Singen macht die Plank-Schwestern aus, und damit haben sie früh angefangen. Schon in ihrer Kindheit habe ihre Mutter sie musikalisch gefördert. Ob Klavier, Gitarre, Harfe oder Hackbrett: Sämtliche Instrumente hat sie ihnen ermöglicht. Aber auch zum Kinderchor sind sie gegangen. „Ich war ungefähr vier Jahre alt. Damals haben wir damit zusammen angefangen“, erzählt Maria Plank. Vom Kinderchor ging es in den Jugendchor, die „Rimstinis“, und dann in den Schulchor. Auch in den Kindergottesdiensten sangen die Plank-Schwestern.

Mittlerweile verdienen sie so einen Teil ihres Geldes, doch auch Maria Plank hat noch eine weitere Arbeit. „Mit meinem Freund zusammen habe ich eine Firma. Dort kümmere ich mich um das Büro“, sagt die 24-Jährige. Außerdem mache sie gerade noch ihren Wirtschaftsfachwirt. Durch die jeweilige Arbeit im Büro sind die beiden Schwestern flexibel für ihre Musik. „Beerdigungen singen wir meistens unter der Woche, standesamtliche Hochzeiten sind oft freitags“, erklärt Chrissi Plank. Deshalb würde sie auch freitags nicht im Büro arbeiten.

Eine Flexibilität, die nicht selbstverständlich ist, und das wissen die beiden Schwestern auch. „Ich bin wirklich dankbar dafür. Wir konnten unsere Leidenschaft zum Beruf machen“, sagt Chrissi Plank. Doch ihre Leidenschaft bringt auch eine Schattenseite mit sich. „Es gibt nur fünf Wochenenden im Jahr, an denen wir nicht singen“, erzählt die 27-Jährige. Dadurch haben die beiden Schwestern wenig Freizeit und selten Zeit für Freunde. Zudem käme der Schlaf an den Wochenenden etwas zu kurz. „Dafür braucht man Durchhaltevermögen“, sagt Chrissi Plank.

Durch ihr Singen kommen die beiden aber auch viel herum. In Ober- und Niederbayern seien sie oft unterwegs, aber auch in Österreich würden sie manchmal auftreten. „Wir waren schon in Elmau. Das war toll, zwischen den Bergen. Wenn es zeitlich machbar ist, ist uns der Weg nie zu weit“, sagt Chrissi Plank.

Das machen die beiden Schwestern mittlerweile seit einigen Jahren. „Ein Kind, bei dem wir bei der Taufe gesungen haben, ist mittlerweile 19 Jahre alt“, sagt Maria Plank. Als sie noch im Kirchenchor waren, seien die beiden angesprochen worden, ob sie nicht bei einer Taufe singen wollen. Von da an ging es los. Erst durch Mundpropaganda, dann schnitten sie ihre ersten Visitenkarten aus, erstellten 2019 einen Instagram-Account und meldeten ein Gewerbe an. „Die ersten Jahre hat uns unsere Mama überall hingefahren“, erzählt Chrissi Plank. Ihre Mutter sei auch traurig gewesen, als ihre zwei Töchter selbst mobil wurden.

Benefizkonzert am
morgigen Sonntag

Fast 17 Jahre nach der ersten Taufe, die sie musikalisch begleiten durften, wollen die Plank-Schwestern jetzt etwas zurückgeben: Durch das Benefizkonzert in Breitbrunn am 11. Januar. Die Spenden, die dabei gesammelt werden, gehen an Protegoon aus Bad Aibling. „Das ist eine Hilfsorganisation, die Leuten im Landkreis hilft“, sagt Chrissi Plank. So unterstützt Protegoon Alleinerziehende mit ihren Kindern, Senioren mit sehr kleiner Rente oder auch allein lebende Jugendliche mit seinen Hilfsprogrammen.

Zusammen mit den Gastmusikern Ludwig Radl, Michael Maier und Chris Jahn planen die beiden Schwestern einen bunten Abend. „Es wird ein Konzert aus purer Lust und Leidenschaft“, beschreibt es Chrissi Plank.

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