Die Libelle in Südtirol kommt auch aus Rosenheim. Foto Re
Rosenheim – „Kunst ist mein Leben.” Diese Worte von Heiner Hofmann fassen wohl am besten zusammen, was seit rund 50 Jahren in einer kleinen Rosenheimer Werkstatt passiert. Seit den 70ern ist Hofmann leidenschaftlicher Künstler. Sein Spezialgebiet: „Die Natur und der Kreislauf des Lebens”. Dafür nimmt er sich Material aus seiner Umgebung, wie Blätter, Stöcke oder Holz und macht daraus mit unterschiedlichen Techniken seine Kunstwerke. Alles handgefertigt und mit viel Liebe zum Detail.
Doch die Geschichte der Familie Hofmann geht noch einen Schritt weiter. Denn vor gut 20 Jahren lernte der Rosenheimer Holzbildhauer den Südtiroler Künstler Harald Thaler kennen. Zusammen gründeten sie 2003 das „Projekt Spielart”. Eine Firma, die sich seither auf Spielplätze spezialisiert. Wer sich allerdings eine klassische Schaukel, zwei Wippen und eine Rutsche vorstellt, der liegt weit daneben. Denn auch hier kommt der künstlerische Ansatz der beiden zum Tragen. So steht zum Beispiel seit 2017 oberhalb des Wendelsteinhauses eine riesige Holzgams. In der überdimensionalen Skulptur können Kinder hineinklettern und sie dadurch spielerisch erkunden. Doch auch außerhalb der Region ist Hofmann aktiv. In Zürich erheben sich drei Spieltürme aus Edelstahl und Eichenholz, die zu einem „Insektenkokon“ verschmelzen. Im Südtiroler Sarntal steht eine verschachtelte Libelle, auf der herumgeturnt werden kann.
„Wir wollen etwas Außergewöhnliches machen und keinen Standard-Spielplatz“, betont Florian Hofmann, der Sohn des Gründers. Auch er wählte die Ausbildung zum Holzbildhauer, stieg 2010 in den Familienbetrieb ein und hat mittlerweile das Geschäft seines Vaters übernommen. Mit aktuell zehn Mitarbeitern kümmert er sich um die Spezialaufträge in Deutschland, Österreich, der Schweiz und Italien.
Das Material ist dabei in erster Linie Eichen- oder Robinienholz. Alle Metallkomponenten wie Rutschen, Schrauben oder Gitter werden aus Edelstahl produziert. „Reine Kunststoffe verwenden wir dagegen nie”, sagt Florian Hofmann. Die Holzkünstler setzen in einer „durchaus umkämpften Branche“ auf Nachhaltigkeit. Die Werkstatt am Oberwöhr ist mittlerweile aber zu klein geworden. Deswegen bauen die Hofmanns eine neue Produktion im Gewerbegebiet am Oberfeld. Kurz nach der Autobahnsausfahrt soll eine voll ausgestattete Halle mit Büro und Werkstatt entstehen. In Zusammenarbeit mit Stephan Lechner, einer Zimmerei aus Stephanskirchen, plant das „Projekt Spielart” eine Produktion mit Gründach, Holzheizung und Photovoltaikanlage. Nach dem Spatenstich am Oberfeld, zu dem auch der Rosenheimer Oberbürgermeister Andreas März „herzlich gratulierte“, soll die Halle bis zum Ende des Jahres 2026 fertig sein. Dann wird es weiterhin einige kreative Spielplätze von der Familie Hofmann aus Rosenheim geben.