Aschau – Sage und schreibe 940.310 Euro spendeten die Leser im Rahmen der OVB-Weihnachtsspendenaktion 2025 unter dem Dach der „HeimatLichter“, der neuen Dachinitiative für Spenden und gesellschaftliches Engagement von OVB MEDIA. Fast 740.000 Euro gingen an das „Haus Marini“ in Brannenburg. Der Priener Verein „Leben mit Handicap“ erhielt 75.751 Euro (wir berichteten).
Mangel an medizinischer Versorgung
Das Hilfswerk Aschau, die gemeinnützige Stiftung der Orthopädischen Kinderklinik Aschau, wurde mit 75.000 Euro bedacht. „Wir sind sehr dankbar für die Zuwendung aus den HeimatLichtern“, betont Dr. Ulrich Feldmann, der Vorsitzende der Stiftung. „Aufgrund der Großzügigkeit der OVB-Leser können wir nun Asma aus Afghanistan helfen.“
Asma hatte im Alter von drei Jahren einen schweren Unfall mit einem offenen Schienbeinbruch. „Wegen mangelnder medizinischer Versorgung wuchsen die Knochen nicht richtig zusammen und es entstanden Komplikationen“, informiert Dr. Feldmann.
Als die Taliban im Jahr 2021 in Afghanistan die Macht übernahmen, zogen sich viele Hilfsorganisationen zurück. Doch das „Friedensdorf International“ blieb vor Ort. Diese Organisation ermöglicht verletzten und kranken Kindern aus Krisen- und Kriegsgebieten seit 1967 eine medizinische Behandlung in Deutschland, wenn sie im Heimatland nicht möglich ist. Zudem fördert die Hilfsorganisation nachhaltige Projekte zur Verbesserung der medizinischen Versorgung in den betroffenen Ländern. Im Stützpunkt des Friedensdorfes in Afghanistan stellen die Eltern, die oft sehr weit anreisen müssen, ihre Kinder vor.
Die Mitarbeiter des Friedensdorfes entscheiden dann, welche Kinder nach Deutschland geschickt werden können. Ein Partner in Deutschland ist das Hilfswerk Aschau. „Der Schwerpunkt unserer Tätigkeit ist die Finanzierung von Operationen von Kindern aus Kriegs- oder Krisengebieten“, erklärt der Vorsitzende der Stiftung.
Nach einem vierjährigen Leidensweg kann nun der kleinen Asma geholfen werden. Da ihr Schienbein nach dem offenen Bruch nicht wieder richtig zusammengewachsen ist, kann sie nicht richtig laufen. „Trotz eines bereits anderthalbjährigen Aufenthaltes im Ausland ohne ihre Eltern entwickelte sich bei Asma eine sogenannte Pseudarthrose“, erklärt Feldmann. „Das ist ein sogenanntes Scheingelenk, das entsteht, wenn ein Knochenbruch auch nach Monaten nicht fest zusammengewachsen ist.“
Es verursacht dauerhaft starke Schmerzen. Hinzu kommt, dass Asmas Bein inzwischen mehrere Zentimeter kürzer geworden ist. Bei allem Leid hat sie nun das Glück, an die Orthopädische Kinderklinik in Aschau gekommen zu sein. Sie wurde von den Ärzten bereits sorgfältig untersucht.
„Der Plan für ihre Heilung steht fest: In der ersten Operation wird versucht, die Fehlstellung des Beines mithilfe eines Fixateurs zu korrigieren“, informiert Dr. Ulrich Feldmann. „Durch die Aktion HeimatLichter ist unsere Stiftung in der Lage, die Kosten der Operation in Höhe von circa 15.000 Euro zu übernehmen.“ Doch damit ist der Leidensweg des afghanischen Mädchens noch längst nicht zu Ende. „Später muss Asma sich dann nochmals einer Behandlung zur Beinverlängerung unterziehen“, so Feldmann.
Asma ist das erste Kind, dem das Hilfswerk Aschau mit den Spenden der OVB-Leser helfen kann. „Nun steht die schwierige Entscheidung an, welchen der fünf weiteren Kinder mit diesem Geld geholfen werden kann“, macht der Stiftungsvorsitzende auf die Bedeutung von Spenden aufmerksam. Auch ihnen kann nur dann geholfen werden, wenn die notwendigen Mittel zur Verfügung stehen.
Mit Spendengeldern und Finanzerträgen aus dem Stiftungskapital unterstützt das Hilfswerk Aschau die Kinderklinik bei ihren vielfältigen Aufgaben, da nicht immer alle notwendigen Aufgaben von der Klinik selbst finanziert werden können. Die Stiftung hilft bei der Anschaffung von medizinischen Geräten, unterstützt die Klinikclowns und hilft mit, den Aufenthalt der Kinder in der Klinik so angenehm wie möglich zu machen.
Der Schwerpunkt der Tätigkeit ist die Finanzierung von Operationen von Kindern, die nicht über eine ausreichende Versicherung abgesichert sind, also meistens aus Kriegs- oder Krisengebieten oder aus Ländern mit niedrigen medizinischen Standards kommen. „Die orthopädischen Beeinträchtigungen der betroffenen Kinder sind oft so schwerwiegend, dass sie ohne Hilfe nicht stehen und gehen können und somit nicht mobil sind“, erläutert Dr. Ulrich Feldmann. Dadurch sei es diesen Kindern nicht möglich, am normalen Leben teilzunehmen.
Operationen
sind sehr teuer
Operationen sind teuer, kosten – abhängig von ihrer Komplexität – zwischen 10.000 und 20.000 Euro. Die OVB-Leser haben es mit ihren Spenden der Stiftung möglich gemacht, einem, vielleicht auch drei oder sogar noch weiteren Kindern zu helfen.