Ein Dankeschön voller Magie und Gänsehautmomente

von Redaktion

Aus Weihnachtsspenden unserer OVB-Leser wurde ein neues Zuhause – jetzt schenken die Bewohner des Haus Christophorus ihren Unterstützern ein Dankeschön voller Lebensfreude und berührender Momente. Am 13. Juni feiert mit „Der Traumzauberbaum“ ein ganz besonderes Musical in Brannenburg Premiere.

Brannenburg – Im Caritas-Haus Christophorus in Brannenburg leuchtet es seit ein paar Tagen geheimnisvoll. Hier wächst ein Traumzauberbaum. In jedem seiner Blätter steckt ein Traum – einer ist schon in Erfüllung gegangen: Das Zuhause von 45 Menschen mit schwersten körperlichen und geistigen Behinderungen ist größer und schöner geworden. Dazu haben auch 19.000 Leser des OVB mit ihren Weihnachtsspenden beigetragen.

Nun wollen sich Bewohner und Mitarbeiter des Haus Christophorus bei allen bedanken, die diesen Traum wahr werden ließen. Sie laden am kommenden Samstag, 13. Juni, zum Tag der offenen Tür ein und haben dafür viele Überraschungen vorbereitet. Eine davon ist die Aufführung des Musicals „Der Traumzauberbaum“ von Reinhard Lakomy und Monika Erhardt.

Monatelang getüftelt,
gebastelt und geprobt

Monatelang wurde im Haus Christophorus getüftelt, gebastelt und geprobt. Viele Freunde haben dabei geholfen, im Mehrzweckraum des neuen Anbaus eine Bühne zu errichten. Der mächtige Stumpf des Traumzauberbaums wurde vom Samerberg angefahren und mit vielfacher Manneskraft aufs Podium gehievt. Die Bühne entstand unter Federführung von Hausmeister Michi. Die Bretter, die die Welt bedeuten, stellte der Trachtenverein Roßholzen zur Verfügung – und das Bühnenbild entsprang der Fantasie der Mitarbeiter und Bewohner.

„Seid ihr auch so aufgeregt wie ich?“, ruft „Regisseurin“ Marina in die Runde. Heute ist die erste Kostümprobe – und das OVB darf sie miterleben. Das Ensemble mit etwa 50 Darstellern kommt erstmals zusammen – die Hauptdarsteller in ihren dekorierten Rollstühlen und ihre Motoren mit menschlicher Schubkraft. Der Anblick ist überwältigend.

Hinter den Kulissen sitzen die Illusionskünstlerinnen Monika und Elisabeth am Overheadprojektor. Sie haben Scherenschnitte vorbereitet, um einige Lieder – etwa das vom Eierbecher und der Katze Mary Lou – mit Schattenspielen zu untermalen.

Dann wird es spannend. Die Darsteller versammeln sich am Bühneneingang. Es wird dunkel, die Bühne erwacht im Licht zum Leben. Marina ist in die Rolle des Traumzauberbaumes geschlüpft. Sie nimmt die Besucher mit in den sieben Tage tiefen Traumzauberwald. Hier lassen Moosmutzel Nicole und Waldwuffel Tina die bunten Blätter des Traumzauberbaumes fliegen – Wiesenzwackl Maria bringt sie zum Klingen. „Du bist mein Sonnenschein“, wird Annalena begrüßt. An der Rückenlehne ihres Rollstuhls geht eine selbst gebastelte Sonne auf. Und als das „Küsschenlied“ erklingt, wiegt sich Annalena glücklich im Rhythmus der Melodie. Ludwig ist in weiße Laken gehüllt und rockt als Gespenst mit einem gruseligen „Huhu“ die Bühne. „Wow, du haust rein“, ruft ihm der Traumzauberbaum zu. Als das „Liebkoselied“ erklingt, verschenken die jüngsten Bewohner mit blinkenden Herzen symbolische Liebkosungen.

Jule blüht auf der Bühne als Frühlingsblume auf. Und Lydia kann sich vor Lachen kaum halten, als sie zum Frosch-Rock-’n’-Roll ihren Rolli rockt. Hans schwebt als kleines Wölkchenschäfchen herbei. Bernhard tanzt als Regentropfen vom Himmel – und Oskar fließt in silbernem Glitzerumhang als Bächlein durch den Traumzauberwald.

Als Höhepunkt der Traumreise verzaubert Gute-Nacht-Fee Hanne mit leuchtendem Diadem und strahlenden Augen das Publikum. Den krönenden Abschluss feiert das gesamte Ensemble auf und vor der Bühne – ein Gänsehautmoment.

Eine berührende,
inklusive Bühnenshow

Seit 45 Jahren begeistern die spannenden Abenteuer der Waldgeister Moosmutzel und Waldwuffel Millionen von Kindern und Erwachsenen. Doch solch eine Bühnenshow hat es in all den Jahren wohl noch nie gegeben. Wer den „Traumzauberbaum“ noch nicht gehört oder gesehen hat, sollte sich die Aufführung im Haus Christophorus nicht entgehen lassen. Kenner des Musicals dürfen sich darauf freuen, die poetischen Geschichten und liebenswerten Figuren in einer inklusiven Inszenierung voller Herz, Fantasie und Kreativität neu zu entdecken.

Im Haus Christophorus stehen Menschen mit komplexen Beeinträchtigungen im Rampenlicht – nicht nur im Alltag, sondern nun auch auf der Bühne. „Wir wollen sichtbar machen, dass jeder Mensch wertvolle Talente und eine eigene Form des Ausdrucks besitzt und dass es viele kreative Formen der Teilhabe gibt“, beschreibt Heilerziehungspflegerin Monika den Herzenswunsch des gesamten Teams. Der ist mit einem leuchtenden Traumzauberblatt in Erfüllung gegangen, denn die Schauspieler im Alter von drei bis 70 Jahren zeigen eine beeindruckende Bühnenpräsenz und strahlen vor Glück. Am heutigen Mittwoch dürfen die Schüler der Rosenheimer Caritas-Förderschule Philipp Neri die Generalprobe erleben – und am kommenden Samstag feiert der Christophorus-Traumzauberbaum seine Premiere.

Ein Tag mit Einblicken
und Überraschungen

Am Tag der offenen Tür am Samstag sind alle Interessenten von 9.30 bis 16 Uhr ins Caritas-Haus Christophorus nach Brannenburg eingeladen. Sie dürfen die starke Gemeinschaft der 45 Bewohner und 75 Mitarbeiter erleben. Um 10 und 13 Uhr finden Hausführungen statt. „Der Traumzauberbaum“ kommt um 11.30 Uhr auf die Bühne. Und falls danach bei dem ein oder anderen Besucher mit pädagogischem Background der Wunsch entsteht, künftig dazugehören zu wollen, findet sich garantiert ein Traumzauberblatt, das diesen Wunsch zum Klingen bringt.

Bei schönem Wetter verwandelt sich der grüne Innenhof in einen Biergarten. Für die Besucher stehen kostenlose Getränke und frisch gegrillte Bratwürstl in der Semmel bereit. Kinder können Ansteckbuttons gestalten, sich schminken lassen und Erinnerungsfotos mit nach Hause nehmen.

Dieser Text ist mit Auszügen aus den Songtexten des Musikmärchens „Der Traumzauberbaum“ von Reinhard Lakomy und Monika Erhardt entstanden.

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