Ein ungewohnter Anblick: Vor Kurzem begegnete mir in der Mittagshitze auf einem Wanderweg eine Frau mit einem großen bunten Regenschirm. Was vor Regen schützt, hält eben auch die sengenden Sonnenstrahlen ab – und die verträgt bekanntermaßen nicht jeder Mensch gleich. Das Dach aus Regenschirmen auf diesem Bild schützt zwar nicht vor allen Stürmen des Lebens, erinnert aber an eine uralte Hoffnungsgeschichte: Der Regenbogen erscheint in der Bibel nicht am Anfang, sondern nach einer Zeit voller Angst, Zerstörung und Tränen. Noah und seine Familie haben die Flut überstanden, weil sie Gottes Zusage vertraut und die Hoffnung nicht aufgegeben haben. Danach setzt Gott den Regenbogen als Zeichen seines Bundes mit den Menschen an den Himmel als Versprechen, dass das Leben Zukunft hat. Vielleicht können uns die bunten Schirme einladen, den Blick zu heben und mitten im Alltag die Farben der Hoffnung neu zu entdecken. Nicht, weil es keine dunklen Wolken gäbe, sondern weil Gottes Treue stärker ist als jede Untergangsstimmung. Wer darauf vertraut, geht nicht sorglos, aber zuversichtlich seinen Weg unter einem Himmel, der weit mehr bereithält als Sonne und Regen. Foto peter Horner