Herzen begegnen uns jeden Tag – auch an überraschenden Orten: als besonderer Stein am Wegrand, als Herzkartoffel, als Spielkarte oder als Muster in der Cappuccino-Tasse. Dabei sieht das menschliche Herz anatomisch ganz anders aus. Die Botschaft dieses Symbols aber verstehen schon die Kleinsten. Ich freue mich deshalb jedes Mal über ein gemaltes Herz, das mir ein Kindergartenkind schenkt. Die heute übliche Herzform geht auf stilisierte Efeublätter zurück. Schon in der Antike steht der immergrüne Efeu als Zeichen für Liebe und Treue. Im Mittelalter wurden die Herzblätter dann rot ausgemalt – als Farbe des Lebens, der Wärme, des Geistes und der Liebe. „Der Mensch sieht, was vor Augen ist, der Herr aber sieht das Herz.“ Dieser Satz aus dem Ersten Buch Samuel der Bibel bedeutet mir sehr viel. Denn das Herz ist hier mehr als ein Organ oder ein romantisches Symbol. Es ist die innerste Kammer des Menschseins: der Ort der Gedanken, Sehnsüchte, Ängste und Hoffnungen. Dort muss ich niemandem etwas vormachen. Und vielleicht liegt darin die schönste Botschaft: Ich muss mein Herz nicht perfekt machen, bevor ich es Gott hinhalte. Er kennt mich längst – und sieht mich mit liebenden Augen an. Von Herz zu Herz. Foto Horner