Erst auf den zweiten Blick kann man aus dieser Perspektive in der untergehenden Abendsonne auch das Bergkreuz auf der Kampenwand erkennen. Seit 75 Jahren erinnert es an die Gefallenen und Vermissten aus dem Chiemgau und ist so eine bleibende Mahnung für den Frieden geworden. Die Schönheit unserer bayerischen Heimat berührt mich in manchen Momenten ganz tief im Herzen. Beim Blick auf dieses Gipfelkreuz beschäftigt mich deshalb immer wieder ein Gedanke: Wie sehr haben sich wohl auch die Soldaten damals nach daheim gesehnt. Viele sind nicht mehr heimgekommen, liegen nun irgendwo in fremder Erde. Oft genug sind alle Spuren verwischt und auch die Gräber nicht mehr aufzufinden. Manchmal muss man die eigene Perspektive ein wenig verändern, um die Tragweite dieser Schicksale für so viele Familien zu erahnen. Der Frieden auf der großen weiten Welt liegt sicher nicht in unserer Hand. Umso mehr kann man aber im Kleinen anfangen, weil Friede letztlich im eigenen Herzen beginnt. Er wird auf alle Fälle dann weitere Kreise ziehen.
Foto H.Reiter