Krankgespritzte Ackerböden

von Redaktion

Zur Berichterstattung über die Zulassung von Glyphosat (Politikteil):

Offenbar stehen bei Frau Merkel wirtschaftliche Interessen vor der Gesundheit der Bevölkerung. Trotz Krebsverdacht will die EU-Kommission den Unkrautvernichter Glyphosat nicht verbieten. Unsere Felder sind bereits durch Pestizide vergiftet. 60 Prozent der Vögel sind ausgestorben, ein Großteil der Insekten vernichtet und nun erleben wir das Bienensterben. Die Nitratwerte im bayerischen Trinkwasser sind unverändert hoch. Bei all dem fällt mir Bert Brecht ein: „Sie sägten die Äste ab, auf denen sie saßen/Und schrien sich zu, ihre Erfahrungen/ Wie man schneller sägen konnte, und fuhren/Mit Krachen in die Tiefe, und die Ihnen zusahen/Schütteln die Köpfe beim Sägen und/Sägten weiter“.

Christine Rotter

Prien

Die Rolle der C-Parteien, des Bauernverbandes und der EU-Kommission bei der Zulassungsverlängerung des Pflanzengiftes Glyphosat ist beängstigend und skandalös. Anscheinend haben diese Befürworter wichtigere Gründe, als sich mit den negativen Auswirkungen dieser Zulassung auf Natur, Gesundheit von Mensch, Tier und Biodiversität zu befassen. Ich arbeite seit fast 50 Jahren als konventioneller Landwirt. Auch mit EU-Zulassung kommt uns diese Agrochemikalie nicht mehr auf den Hof, den jetzt der Sohn in der fünften Generation bewirtschaftet. Wegen eigener Erfahrungen mit Glyphosat und der dubiosen „Zulassungsverfahren“ haben wir fast vollständig das Vertrauen in derartige Agrochemikalien verloren. Seit zehn Jahren setzen wir diese kaum noch ein. Und siehe da, der Boden und das Rindvieh werden immer gesünder. Auch die Biomethangasbakterien lieben es, wenn etwas Unkraut (Kamille) im Futter ist. Bereits vor zehn Jahren machten wir einige Sinnes- und Spatentests auf einem mit dem Glyphosatmittel „Roundup“ von Monsanto gespritzten Stoppelfeld, weil uns beim Pflügen die schlechte Bodenstruktur beunruhigte. Tatsächlich, die hochgehobene Ackererde roch eklig. Die vom ungespritzten Feld hatte angenehmen Ackergeruch und gute Krümelstruktur. Nur gesunde Böden erzeugen gesunde Pflanzen für Essen und Futter. Wenn Glyphosat und „Bay-Santo“ in unseren EU-Bananenrepubliken nicht zu stoppen sind, kann nur Gott helfen. Oder kritische Konsumenten mit den Wahl- und Einkaufszetteln, die ökologischere Parteien und Produkte wählen. Wir brauchen Frieden mit der Natur, der Welt, gesundes Essen und soziale Gerechtigkeit statt Konzernförderung zur Umweltbelastung.

Sebastian Sonner senior

Reichertsheim

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