Zum Bericht „Milliardenstreit um die Mütterrente“ (Politikteil):
Es ist erstaunlich das es immer noch streitige Ansichten über den Wert von Familienarbeit, insbesondere die Kindererziehung, gibt. Besonders dreist ist, wie in Ihrem Bericht über die Mütterrente Herr Pimpertz, Betriebswirt und Vertreter des IWD (Institut der deutschen Wirtschaft), unter dem Anschein wissenschaftlicher Erkenntnisse, gegen die Mütterrente plädiert. Besonders widerwärtig wird die Argumentation mit dem Hinweis auf die biologische Tatsache: „Die Anerkennung eines zusätzlichen Erziehungsjahres setzt schon aus rein biologischen Gründen keine neuen Anreize zum Kinderkriegen, denn die betroffenen Frauen bekommen allein aus biologischen Gründen in Zukunft keine Kinder mehr.“ Dieser Mann fühlt sich überfordert und benachteiligt, wenn er für seine Mutter 360 Euro im Jahr abgeben soll. Welch eine Geisteshaltung. Dankbarkeit im Sinne, der Gesellschaft für erhaltenes Wohlergehen etwas zurückzugeben ist wahrlich keine betriebswirtschaftliche Disziplin. Wer wie Herr Pimpertz die Mütterrente zur Gebärprämie umdefiniert, hat nicht wirklich viel von Generationenverantwortung verstanden. Zu dem Fehler, die Mütterrente der Sozialversicherung anzulasten, äußert er sich nicht. Die Mütterrente ist eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe und ist aus Steuermitteln zu finanzieren. Das wiederum könnte eventuell auch Kapitaleinkünfte belasten und das will das IWD auf gar keinen Fall. Diese Geisteshaltung in Politik und Wirtschaft ist nicht hinzunehmen. Diese Beckmesser gefährden den sozialen Frieden in unserer Gesellschaft, wenn sie behaupten, die Anerkennung eines weiteren Erziehungsjahres belaste die kommenden Generationen zusätzlich. Wahr dagegen ist, dass eine Mutter, die aufgrund geleisteter Familienarbeit und deshalb nicht gewerblicher Tätigkeit eine geringe Rente hat, mit 360 Euro im Jahr ein wenig mehr Teilhabe am gesellschaftlichen Leben haben kann.
Wolfgang Pfannkuchen Riedering