Enttäuschung über den Diesel-Gipfel

von Redaktion

Zur Berichterstattung über den Diesel-Gipfel (Politikteil):

Für die Medien ist der Diesel-Abgas-Mogel-Skandal seit vielen Wochen ein willkommenes Thema, um TV-und Radio-Sendestunden und in der Presse viele Seiten mit Stellungnahmen und Interviews zu füllen. Aber es ist unerträglich, wie viele Politiker und spezielle Interessensvertreter als selbst ernannte Pseudo-Experten gewichtig auf die Bühne treten und einen heillosen Blödsinn verzapfen. Sie schwadronieren da vom Ende des Verbrennungsmotors besonders des Selbstzünders. Und gerade letzterem sagen sie ein baldiges Ende voraus. Der spezielle Wissenshorizont dieser Leute verhindert es ihnen, zu begreifen, dass beispielsweise der gesamte Last- und Schwerlastverkehr auf allen Straßen weltweit mit Diesel-Motoren betrieben wird, sämtliche Nutzfahrzeuge der Land- und Forstwirtschaft sowie des Straßen- und Bergbauwesens Diesel-Motore haben, der weltweite Schienenverkehr (mit Ausnahme der elektrifizierten Strecken) ebenfalls Diesel-Motoren in den Lokomotiven benötigt, alle Schiffe auf den Flüssen und Weltmeeren zu 99,9 Prozent Diesel-Maschinen haben, die meisten stationären Stromerzeuger in allen Ländern ebenfalls Diesel-Motoren einsetzen. Bei diesen genannten Anwendungs-Fällen ist für den Diesel-Motor eine Alternative auf noch sehr lange Zeit undenkbar. Außerdem ist nach Überzeugung der wirklichen Experten die Weiterentwicklung des Pkw-Dieselmotors weiterhin gerechtfertigt und möglich (besonders die Stickoxid-Reduzierung im Abgas). Der Dieselmotor hat einen höheren thermischen Wirkungsgrad als der Benzinmotor und er ist somit deutlich sparsamer im Kraftstoffverbrauch als jener. Und er verleiht dem Pkw eine Kilometer-Reichweite, von der die E-Automobile eine geraume Zeit noch träumen müssen.

Gerd Höglinger

Rosenheim

In einem „Dieselgipfel“ werden Maßnahmen zur Verringerung des Ausstoßes von Stickoxiden diskutiert. Es gibt aber eine Diskrepanz bei den Grenzwerten. Die Europäische Union schreibt 40 Mikrogramm/Kubikmeter als Immissionshöchstwert vor, während der entsprechende Grenzwert in den USA bei 350 Mikrogramm/Kubikmeter liegt. Gänzlich unverständlich wird die Sachlage, wenn man den Wert der Maximalen Arbeitskonzentration (MAK-Wert) mit heranzieht: 950 Mikrogramm/Kubikmeter. Das heißt: Für ein 40-jähriges Arbeitsleben gilt ein Wert von 950 als unbedenklich, während ein Wert von 40 am Straßenrand als bedenklich eingeschätzt wird. Das passt nicht zusammen. Bevor man über Maßnahmen beschließt, sollte Klarheit über die Gegebenheiten und Ziele herrschen.

Dr. Heinz Brecht

Söchtenau

Da treffen sich Politiker, die für ihre Wahrheitsliebe berühmt sind, mit Vertretern der Autoindustrie, die nachgewiesenermaßen Betrüger sind, und diskutieren darüber, wie sie aus dem Lügenkarussell um die Abgase aus Deutschlands Lieblingsprodukten wieder herausfinden. Das geht nur – so stellen sie fest – indem sie nicht die Wahrheit sagen, ohne zu lügen. Sie versprechen dass sie die Software kostenlos so verändern, dass sie den Ausstoß an schädlichen Abgasen um bis zu 30 Prozent verringern wollen. Das beweist: Man hält uns wirklich für blöd! Die Formulierung „bis zu“ verwendet jeder, der betrügerische Vorteile verspricht. Eine Verringerung um 0,5 Prozent wäre bei „bis zu“ auch korrekt! Und „wollen“ ist lediglich eine Absichtserklärung!

Theo Auer

Rosenheim

Harm Bengen
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