Schuld nicht dem Verbraucher zuschieben

von Redaktion

Zu den Berichten „Millionen Eier zurückgerufen“ und „Eierskandal erreicht Bayern“ (Weltspiegel-Seite) sowie zu „Verseuchte Schnäppchen“ (Kommentar):

„Bayern ist nicht betroffen“, so wird am 2. August ein Sprecher des bayerischen Landesamtes für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit zitiert. Was steht dann laut dem Folgeartikel einen Tag später auf der Homepage des gleichen Amtes? Solche Eier sind doch nach Bayern geliefert worden. Wie viel Glaubwürdigkeit steckt nun in dieser Institution? Kann es sein, dass solche unseriösen Verlautbarungen dem Vorwurf einer „Lügenpresse“ Vorschub geben? Es werden in der Presse Artikel lanciert, die von irgendwelchen Es-besteht-keine-Gefahr-Institutionen ausgehen. Die Schwierigkeit ist, auch solch vorschnellen Behauptungen, von wem auch immer, auf den Grund gehen zu können. Man muss also mit irgendwelchen Berichten von irgendwelchen Ämtern immer vorsichtig sein, dann gibt es auch keine „Lügenpresse“, so wie das Beispiel des LGL innerhalb von zwei Tagen zeigt. Gut ist es, dass Zeitungen Sachlagen richtigstellen.

Johannes Niedermeier

Niedertaufkirchen

Es ist sicher richtig, dass wir mehr Kontrollen und somit Kontrolleure benötigen. Nur, was nützen all die Kontrollen wenn die Sanktionen gegen die überführten Lebensmittelverbrecher dem eines liebenden Vaters gleichen? „Bub, das darfst ned tun, sonst muss ich Du-du machen.“ Denn mehr als das hat der geldgierige Lebensmittelfabrikant nicht zu befürchten. Diese als Bauern zu bezeichnen, setzt dem Ganzen die Krone auf. Wenn man sich die unsäglichen Bilder ansieht, die seriöse Tierschützer fast täglich machen, und dazu die Kommentare der Landwirtschaftsminister anhören muss, kann man nicht zu der Ansicht gelangen, das irgendwem von den Verantwortlichen an einer Lösung gelegen ist. Wer solche Verbrechen an den Tieren und somit Lebensmitteln begeht, hat kein Recht mehr, jemals wieder in dieser Branche tätig zu sein. Aber es ist einfacher, die Schuld dem Verbraucher zuzuschieben, denn der trägt die Hauptschuld, weil er ja so günstig einkaufen möchte. Jedes Lebensmittel, egal wie niedrig der Preis auch sein mag, muss unter Zugrundelegung der ethischen wie auch hygienischen Grundlagen produziert werden. Es kann nicht die Aufgabe des Verbrauchers sein, für die Versäumnisse der Politik und die Raffgier bestimmter Menschen gerade stehen zu müssen. Mein Tipp: Massentierhaltung verbieten, auch die Einfuhr von Lebensmitteln, die so gewonnen wurden. Dann reguliert der Markt die Preise, denn dann können auch die Discounter nicht mehr „billig“ einkaufen.

Roland Wagner

Rosenheim

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