Söder und sein Begriff von Heimat

von Redaktion

Zum Bericht „CSU will Steuergeschichte schreiben“ (Regionalteil):

Bei einer Festwoche wie in Atzing haben politische Auftritte meines Erachtens nichts zu suchen – wenn schon, dann höchstens vom bayerischen Ministerpräsidenten persönlich. Dass hier jetzt der bayerische sogenannte „Heimatminister“ einen Wahlkampfauftritt inszenieren durfte, finde ich völlig deplatziert. Aus meiner Sicht ist Herr Söder der absurdeste Heimatminister, den man sich vorstellen kann – eher ein Heimat-Zerstörungs- als ein Heimat-Bewahrungs-Minister. So wollte er mit aller Macht das sogenannte Anbindungsgebot abschaffen, das einzige Instrument, mit dem sich die völlige Zersiedelung der Landschaft mit Gewerbegebieten noch halbwegs verhindern lässt. Dabei wird in Bayern ohnehin schon jedes Jahr eine Fläche von der Größe des Ammersees zubetoniert oder asphaltiert. Zum Glück wurde der „Heimatminister“ hier sogar von seiner eigenen CSU ein bisschen ausgebremst. Herr Söder war überdies maßgeblich daran beteiligt, dass beim Riedberger Horn die bis heute eigentlich streng geschützte Alpenschutzzone C ausgehebelt wurde, um einen weiteren überflüssigen Skizirkus errichten zu können, von dem jeder weiß, dass so etwas auf längere Sicht durch die Klimaerwärmung gar nicht funktionieren kann. Ich weiß nicht, wie die Veranstalter der Atzinger Festwoche den Begriff „Heimat“ definieren, aber wenn es das ist, was Herr Söder offenbar darunter versteht, dann hat Bayern bald seine Identität verloren und ist nicht mehr Deutschlands beliebtestes Urlaubsland.

Kurt Schubert

Prien

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