Zum Bericht „Partnerschaft nicht sterben lassen“ im Lokalteil:
Die zutreffende Überschrift müsste Demokratie und nicht Partnerschaft heißen! Demokratie nicht sterben lassen, dann stirbt die Städtepartnerschaft mit Cegléd auch nicht! Dr. Wanka hält den schulischen Austausch für sinnvoll. Er hat recht. Man muss aber wissen, dass in Ungarn faschistische Schriftsteller als Lesestoff für Schüler vorgeschrieben sind. Dr. Wanka ist aufgefallen, dass in jeder Buchhandlung die Karte von Großungarn hängt. Diese Karte klebt auch an vielen Pkw und verträgt sich anscheinend mit dem EU-Kennzeichen. Dr. Wanka fällt auch das Fehlen der Europafahne auf. Völlig richtig, aber nicht immer und nicht überall. Am Parlament hat der Parlamentspräsident die Europafahne entfernen lassen und ließ sie mit der Szeklerfahne (Das Szeklerland liegt im Osten Siebenbürgers in Rumänien) ersetzen. Ja, in Ungarn wütet ein autoritärer, in Freund- und Feind-Kategorien denkender Nationalismus, eingebettet in einen rechtsradikalen, antiliberalen und europafeindlichen Populismus, weit entfernt von einem demokratischen Patriotismus. Die Entwicklung von guten Kontakten durch die evangelische Kirche ist erfreulich. Diese Religionszugehörigkeit beträgt dort drei Prozent, während der römisch-katholischen Kirche 52 Prozent angehören. Aufnahme von Kontakten von dieser Seite sind anscheinend nicht versucht worden. Wären die Randbedingungen dafür überhaupt akzeptabel? Der Bischof von Szeged KissRigó widerspricht in der Asylfrage sogar Papst Franziskus. Laut Erzbischof Márfi von Veszprém sind diese Menschen keine Flüchtlinge. Sie kämen nur, um Europa zu islamisieren. Der Nachfolger von Dr. Wanka wird viel Fingerspitzengefühl brauchen, wenn seine zukünftigen Gastgeber „Werte“ hochhalten werden, die Westeuropa längst vergessen hat.
Dr. Karl Wingler
Mühldorf