Zur Berichterstattung über den Diesel-Gipfel und zum Kommentar „Eine Kapitulation“ (Politikteil):
Jeder Autofahrer wusste, dass sein Auto viel mehr Schadstoffe produziert, als auf dem Papier steht. Denn keiner schafft, auch bei noch so defensiver Fahrweise, den Listenverbrauch annähernd zu erreichen. Was mich viel mehr aufregt: Man braucht nur ein Software-Update für 100 Euro um den Stickoxyd-Ausstoß um 25 Prozent zu verringern?! Wieso denn nicht gleich? Meines Erachtens sollten die Autobosse wegen bandenmäßiger millionenfacher vorsätzlicher gefährlicher Körperverletzung angeklagt und weggesperrt werden. Das wird sicher nicht passieren, wir in Oberbayern haben aber den alten Brauch des Haberfeldtreibens. Das wäre doch eine Alternative, oder?
Anton Grimmeisen
Bernau
Gemäß Kraftfahrzeugbundesamt waren zum 1. Januar 2017 in der Bundesrepublik etwas mehr als 45,8 Millionen Pkw angemeldet. Deren durchschnittliche jährliche Fahrleistung beträgt rund 13350 Kilometer. Aus den Angaben der Hersteller lassen sich für Standard-Elektrofahrzeuge folgende Daten ablesen: Energieverbrauch: rund 12,5 kWh pro 100 Kilometer. Ladezeiten je nach Ladestationstyp von rund zwölf Stunden (Privatanschluss; Steckdose) bis rund 0,5 Stunden bei Hochleistungsladestationen Gleichstrom) bei rund 80 Prozent Füllung. Daraus ergibt sich im Mittel ein jährlicher Energiebedarf von rund 1,65 MWh pro E-Fahrzeug. Bei der Annahme, dass kurzfristig zehn Prozent aller Pkw in E-Fahrzeuge gewandelt werden und der Annahme einer konstanten jährlichen Fahrleistung, ergibt sich ein jährlicher Energiebedarf von rund 7500 GWh! Zum Vergleich: das Atomkraftwerk Biblis A liefert pro Jahr rund 1,3 GWh. Nachdem ja das ganze zum Schutz der Umwelt gemacht werden soll, leuchtet es sofort ein, dass dafür regenerative Energiequellen genutzt werden müssten. Im geschilderten Beispiel würden unter Berücksichtigung der möglichen jährlichen Leistung großer moderner Windkraftanlagen (jährliche Leistung einer Windkraftanlage circa 7,5 MWh) rund eine Million dieser Anlagen benötigt (Bestand derzeit circa 2300)! Fazit: Alleine die Automobilhersteller dazu zu drängen, E-Fahrzeuge zu bauen und zu verkaufen, reicht nicht aus. Alleine die Forderung nach verstärktem Vertrieb von E-Fahrzeugen ist Unsinn, es sei denn, man löst das Energieproblem durch zusätzliche Kernkraftwerke! Es spielt auch kaum eine Rolle, ob die hier genannten Größen genau stimmen, alleine die Größenordnungen sollten uns wach rütteln für die Suche nach machbaren Lösungen. Das wäre mal eine Herausforderung für unsere schlauen Politiker bevor sie sich mit Pseudoergebnissen aus irgendeinem Dieselgipfel versuchen zu profilieren.
Dieter Thomamüller
Bruckmühl
Die Kanzlerin bleibt wie immer vage damit die Bevölkerung sich auf nichts einstellen und vorbereiten kann. Da sie ja die Wahl gewinnen möchte, will sie den Autofahrern auch nicht klar sagen, was also auf sie zukommt. Warum man den Diesel nicht weiterentwickeln sollte, ist mir schleierhaft, vermutlich weil es zu viele „Gutmenschen“ und Verbände wie DUH, Grüne und andere gibt, die glauben, berechtigt zu sein, anderen Mitbürgern ihre Vorstellung von Umweltschutz aufoktroyieren zu müssen. So wie die Abgas- und Feinstaubaktivität läuft, nachdem die Regierung jahrelang geschwiegen und nicht gehandelt hatte, ist es richtig, dass jetzt Staatshaftungsklagen angestrengt werden. Wobei das auch nichts daran ändern wird, dass der Wille der automobilen Volksmehrheit ignoriert wird. Allen Gegner von Diesel und Benzinern sei vorbildhaft empfohlen: Fahrt und fliegt nie mehr in den Urlaub, geht immer zu Fuß, fahrt auch nicht mit Bahn oder E-Auto, dann habt ihr vielleicht ein Recht euch aufzuregen über Kohlendioxid und anderes. Ich empfehle reiten oder unseren Planeten zu verlassen, wenn er euch zu schmutzig ist, denn auch ihr habt in eurem Leben zu dem Dilemma beigetragen.
Rainer Hellwig
Raubling
Offensichtlich ist Seehofer auch von einem überzogenen Diesel-Fieber ergriffen, wenn er sogar ein Ultimatum stellt. Wie passt sein momentaner Aktionismus zur Luftqualität, wenn auf wichtigen Bahnlinien wie vor allem nach dem Südosten und Südwesten Bayerns noch immer Dieselloks verkehren und es kaum Möglichkeiten gibt, unzählige Diesel-Lkw auf Bahnen zu verlagern. Wie viele Lkw belasten unnötig Straßen, die durch die Verhinderung eines tragfähigen Schiffsverkehr auf der Donau auf Straßen ausweichen müssen? Hier kam Seehofer kurzsichtigen Umweltschützern entgegen, als er ihnen auf einer Donauschifffahrt keinen umfassenden Ausbau der Donau auf etwa 40 Kilometer bis zu seinem Amtsende versprach. Damit ist eine fast 3000 Kilometer lange europäische Wasserstraße für große Lastschiffe blockiert, was in keinem ausgewogenen Verhältnis zu einem Biotopschutz auf wenigen Kilometern steht. Dass auch die klimafreundliche Bahn immer noch zu wenig in Anspruch genommen wird, liegt auch daran, dass die etablierten Parteien bei Investitionen für einen attraktiven Bahnverkehr wenig übrig haben. Längst müsste es auch für die Region Rosenheim/Chiemgau einen attraktiven Verkehrsverbund geben, wo man mit einer Fahrkarte von Bus in Bahn und umgekehrt flott und günstig unterwegs sein kann. Auch sollte endlich die große Politik mit einer umweltfreundlichen Steuerpolitik das Mobilitätsverhalten gerechter steuern. Was ist das für eine Steuerpolitik, wenn der Bahnfahrer mit 19 Prozent Mehrwertsteuer belastet wird, während der umweltschädigende Flugzeugnutzer steuerlich geschont wird? Kein Wunder, dass so eine Bahnfahrt vom Chiemgau nach Hamburg mehr kosten muss als ein Flug von München nach Mallorca. Momentan scheint der überzogene Wirbel um den Dieselgipfel all die viel größeren Umweltgefahren vergessen zu lassen.
Simon Kirschner
Bad Endorf
Jahrelang wurde uns eingeredet, auf Dieselfahrzeuge umzusteigen, da die Schadstoffbelastung geringer sei.
Gerd Artmann
Eiselfing
Ein derartiger tendenziöser Kommentar hat mich wütend gemacht. Herr Deutschländer behauptet, ohne irgendeinen Beweis anzutreten, dass der Ministerpräsident Stephan Weil seine Regierungserklärung von VW hat umschreiben lassen. Eine Abstimmung der Regierungserklärung mit dem VW-Konzern ist dringend geboten, weil er als Mitglied im Aufsichtsrat und als Vertreter des VW-Großaktionärs Niedersachsen eine besondere Sorgfaltspflicht hat und diese Abstimmung ist auch aus juristischen und sachlichen Gründen notwendig. Auch die Vorgänger von Weil, der „charismatische“ David McAllister und Christian Wulff haben als Mitglieder des Aufsichtsrates ihre Regierungserklärungen mit dem VW-Konzern abgestimmt. Der Kommentar gipfelt in der Aussage, dass der Abstand zur Lüge kürzer sei als zur Aufrichtigkeit. Dies trifft nach Aussage des Kommentators natürlich nur für Ministerpräsidenten der SPD in Niedersachsen, aber nicht für McAllister und Wulff von der CDU zu. Wenn zwei das Gleiche tun ist es nicht das Gleiche! Dieser Kommentar ist billige und niveaulose Wahlpropaganda für die CDU. Gleichzeitig kann ich jetzt ein bisschen verstehen was Pegida unter „Lügenpresse“ versteht. Aber ich habe offensichtlich vergessen, dass der Wahlkampf schon im Gange ist und da ist ja bekanntlich „alles“ erlaubt.
Manfred Leinfelder
Halfing