Umstrittene Moschee-Pläne

von Redaktion

Zur Berichterstattung über die AfD und den Moschee-Umzug in Waldkraiburg im Lokalteil:

Wenn der muslimischen Gemeinde bei uns der Platz ausgeht, dann möge sie doch die Rückkehr in islamische Länder ins Auge fassen und sich dort nach ihren Vorstellungen entfalten. Und jenen, die jetzt vielleicht daherkommen und sagen, das ginge nicht, denn wir wären auf die Arbeitskraft der Muslime angewiesen, sei gesagt: „Wir schaffen das!“ Dass das Moscheebau-Projekt in Waldkraiburg weltanschaulich und finanziell unabhängig von der türkischen Regierungsbehörde Ditib sein soll, einer Organisation, die sich unter vollständiger Kontrolle des türkischen Ministerpräsidenten Erdogan befindet, ist nicht glaubhaft. Dieser sagte: „Die Demokratie ist nur ein Zug, auf den wir aufspringen, bis wir am Ziel sind. Die Moscheen sind unsere Kasernen, die Minarette unsere Bajonette, die Kuppeln unsere Helme und die Gläubigen unsere Soldaten.“ Und an anderer Stelle: „Wir müssen die europäische Kultur mit der türkischen impfen.“ Und seinen bei uns lebenden Landsleuten empfiehlt er: „Macht nicht drei, sondern fünf Kinder, dann seid ihr die Zukunft Europas.“ Das sind Aussagen, Herr Stadtrat Fischer, bei denen es einem wahrlich kalt den Rücken runterlaufen kann. Der Kommentator Herr Grundner mahnt wegen „massiver“ Kritik an der Regierung Erdogan und der Ditib in den nächsten Jahren einen „klärenden Prozess“ an? Das ist reines Wunschdenken. Wer soll diesen Prozess anstoßen und durchführen? Regen Zulauf wird die moslemische Gemeinde wohl auch durch den Andrang der Asylbewerber erhalten. Herr Fischer spricht von der Religionsfreiheit des Grundgesetzes, doch konnte man sich 1949 eine derartige Wanderungsbewegung in unser Land überhaupt nicht vorstellen.

Alfred Jurka

Waldkraiburg

Gegen einen Umzug von einem baufälligen Gebäude in ein neues Gebäude Schritte einleiten und Hetze verbreiten, das ist mehr als sonderbar. Um jeden Preis Aufmerksamkeit! Und immer nur Vermutungen! Es gäbe eine Menge Themen, die angepackt werden müssen und auch angepackt werden in Waldkraiburg – das gehört nicht dazu. Wir freuen uns über die hier lebenden türkischen Nachbarn und die kulturelle Bereicherung. Wer das baufällige Gebäude in der Reichenberger Straße kennt, versteht den Umzug. Wir hoffen, dass die Mitbürger islamischen Glaubens sich nicht durch eine Gruppe am rechten Rand unserer Gesellschaft in eine Ecke von Extremisten drängen lassen. Möchte die AfD damit versuchen, junge Menschen zu radikalisieren? Die große und leider oft schweigende Mehrheit von Christen, Moslems und anderen Glaubensrichtungen wünschen ein friedliches Nebeneinander. Wir hoffen auch, dass sich die Mitbürger christlichen Glaubens nicht durch eine Minderheit beeindrucken lassen, die um jeden Preis einen Keil zwischen verschiedene Glaubensrichtungen treiben will. In unserer freiheitlichen Gesellschaft darf jeder seinen Glauben leben. In unserem Land haben schon einmal Synagogen gebrannt, wir haben doch alle daraus gelernt, das sollte auch die AfD akzeptieren.

Anita und Klaus Leukert

Waldkraiburg

Es ist erfreulich, dass mit Herrn Multusch wenigstens ein Politiker seine Stimme gegen den geplanten Moschee-Neubau erhebt, nachdem der Stadtrat das Projekt einstimmig durchgewunken hat, was zeigt, dass die Stimmen kritischer Bürger in diesem Gremium, wie überhaupt in der etablierten Parteienlandschaft, nicht mehr abgebildet werden. Über stetigen Zuwachs wird sich die islamische Gemeinde in Waldkraiburg freuen können: die Zeichen stehen auf Expansion, und man kann nicht so tun, als fände hier lediglich ein einfacher Neubau statt. Der Ansturm auf Europa, dem Merkel Tür und Tor geöffnet hat, ist ein Jahrtausendereignis, das unseren Kontinent bis zur Unkenntlichkeit verändern wird, wenn nicht endlich entschlossen gegengesteuert wird. Da könne man eben nichts machen, trösten sich allzuviele Zeitgenossen, in Wirklichkeit scheuen sie sich nur, die eingefahrenen, bequemen Gleise der Tagespolitik zu verlassen. Die Passivität unserer vergreisenden Politikergeneration steht der Dynamik der jugendlichen islamischen Zuwanderer gegenüber, auf Kosten unserer Kinder. Höchste Zeit, dass sich das ändert.

Rainer Ritzel

Mühldorf

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