Zum Bericht „Der Ausstieg hat begonnen“ im Politikteil:
Sie zitieren den Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt mit dem Satz „Es sei nicht Sache der Politik, über die Technik der Zukunft zu entscheiden“. Irrtum, Herr Dobrindt. Nur ein Politiker, der keine Ahnung von seinem Ressort hat, kann solche Statements in die Welt setzen.
Der Klassiker war doch schon vor vielen Jahren der Katalysator, der in jedes US-Export-Modell eingebaut wurde, jedoch in kein Modell innerhalb Deutschlands. Erst infolge einer Gesetzesänderung zwang die Politik die Wirtschaft, diesen längst überfälligen Schritt zu tun. Der Katalysator war doch längst entwickelt.
Und heutzutage? Die von den Medien so liebevoll titulierte „Schummel“-Software für Diesel-Motoren ist in Wirklichkeit eine Betrugssoftware, die in Hunderttausende Pkw eingebaut wurde, zum Schaden Tausender gutgläubiger Pkw-Käufer. Und immer wieder geht es um Gewinn-Maximierung der Konzerne zulasten der Bevölkerung und der Umwelt. Herr Dobrindt, es ist Ihre Aufgabe und Verpflichtung, diesem Betrug endlich ein Ende zu setzen, längst entwickelte Technologien zum Einsatz zu bringen, und sich nicht von den „Hohen Herren der Automobil-Industrie“ über den Tisch ziehen zu lassen mit der ewig in der Luft liegenden Erpressung mit „den Tausenden von Arbeitsplätzen“ der Automobil-Industrie. Ihr „Diesel-Gipfel“ war doch eine einzige Pleite und ein demütiges Buckeln vor der Auto-Industrie. Und dann mag sich ein so arroganter VW-Chef hinstellen und der Welt verkünden, dass eine Hardware-Lösung nicht infrage kommt? Sie, Herr Dobrindt, haben die Verantwortung und die Aufgabe, diesem Wahnsinn ein Ende zu setzen, denn die Technologie für wesentlich sauberere Verbrennungsmotoren liegen seit Jahren fertig in der Schublade.
Wolfgang Grude
Soyen