Diskussion um Gottes Wort und Wille

von Redaktion

Zum Bericht „Kirche auf dem Holzpfad“ und zahlreichen Leserbriefen zu diesem Thema:

Ich bin kein Papstliebhaber und kein Modernist, ich gehöre zum christlichen Volk Gottes, und ich gehe nicht nur in die Kirche zum Beten. Ich versuche auch, mein Leben christlich auszurichten und achte alle meine Mitmenschen, gleich welcher Religion und welcher Hautfarbe. Aber die Behauptung des Leserbriefschreibers Grandl „Papst Franziskus ist ganz und gar fehl an seinem Platz und führe unsere Kirche ins Verderben“ und bei Personalentscheidungen „hat Papst Franziskus einen Aussetzer gehabt“ finde ich ungeheuerlich. Weiß er denn nicht, dass während der Papstwahl die wahlberechtigten Kardinäle in Gebeten um die Mitwirkung des Heiligen Geistes bei der Wahl beten? Und soll hier der Heilige Geist versagt haben? Ich glaube, dass der Heilige Geist stark mitgewirkt hat, denn Papst Franziskus ist ein Mann, der die katholische Kirche daran erinnert, dass sie von ihrem hohen Ross heruntersteigen muss, will sie dem Auftrag des Jesus von Nazareth entsprechen. Papst Franziskus hat sich klein gemacht gegenüber den Patriarchen und Oberhäuptern anderer Kirchen. Er hat die Hofhaltung im päpstlichen Appartement beendet, die Luxuskarosse gegen Kleinwagen ausgetauscht, eine einfache Kleidung angelegt und will sich bei seinen Besuchen nicht abschirmen lassen. Er sucht die Menschen, besonders die Schwachen, die Kleinen und die Armen dieser Welt, aber auch die, die sich in seelischer Armut befinden. Er sagt: „Vom Glauben wird keiner satt“. Und was Herr Grandl unter „Gotteslästerung“ versteht, das möchte ich dahingestellt lassen.

Gertrud Vogl

Willing

Ich kann es nicht mehr ertragen, dass die Ewig-Gestrigen so ein breites Forum in der Zeitung haben. Die wahre Kirche Gottes ist nicht Eure! Die wahre Kirche ist die Kirche Jesu Christi und hat heute (mit allen Christen zusammen) 2,3 Milliarden Menschen, also ein Drittel der Menschheit. Der Papst führt sie nach den Vorgaben der Heiligen Schrift und nicht in der Fortsetzung ehebrecherischer Päpste, auf die sie bauen als „richtige“ Päpste. Belogen seid ihr lang geworden, nicht erst 50 Jahre lang. „Der Pfarrer dreht sich am Hochaltar herum“ – Jesus hat beim Abendmahl nicht den Rücken gezeigt. Gott ist in unserer Mitte gegenwärtig und nicht nur im Tabernakel. Das zweite Vatikanum war ein pastorales Konzil, weil die Kirche wie zu Franziskus Zeiten die Leute verloren hat. „Zu Fuß und ohne Geld“ hat der heilige Dominikus missioniert und auch Franziskus. Ein Kardinal Müller, der arrogant den Papst abkanzelt, gehörte nach Afrika geschickt, wo er nicht vom hohen Ross über die Köpfe weg predigen kann. Der Papst hat goldrichtig entschieden. „Wir sind Kirche“: Wo zwei oder drei in meinem Namen versammelt sind, da bin ich mitten unter ihnen, also ist das Kirche. Pflicht ist es, wieder das Wort Gottes in den Mittelpunkt zu stellen, sich vom Geist Gottes leiten zu lassen und das zu tun, was der Herr sagt. Er ist doch der Herr. Dann gibt es auch Berufungen. Nehmen wir nur einen Satz aus der Wandlung: „Nehmet und trinket alle daraus. Das ist mein Blut.“ Wann haben Sie diesen ausdrücklichen Wunsch Jesu schon erfüllt? Jan Hus ist dafür verbrannt worden und Martin Luther exkommuniziert. Ist das die Kirche Jesu? Wir erleben es, wo wir das tun, dass Gott mit Zeichen und Wundern bestätigt, dass wir es richtig machen. Wo bleiben die Wunder in der „Betonkirche“?

P. Sebastian Raß

Aschau

Nicht Papst Franziskus ist fehl am Platz, sondern eindeutig der Leserbriefschreiber mit seinen eigenartigen Anschauungen. Möchte er doch wieder, dass der Priester bei der Messe in der Kirche dem Kirchenvolk den Rücken zukehrt, vielleicht auch in Latein dazu spricht, was kaum einer sprachlich versteht und hört, wenn er vor sich hin brummelt. Der Leserbriefschreiber fühlt sich vom Pfarrer angestarrt, wie er schreibt, das werden die meisten Katholiken, welche in die Kirche gehen, so nicht empfinden. Was würde er sagen, wenn er zu jemanden spricht und dieser Mensch würde ihm dabei den Rücken zuwenden, während er mit ihm redet? Der Priester predigt von Gott, Jesus, dem Heiligen Geist usw. zu dem Kirchenvolk. Jesus hat bei seinen Predigten auch das Gesicht zu den Menschen gewandt und ihnen nicht den Rücken gekehrt. Es gebe mit Sicherheit nicht mehr Berufungen, wenn der Priester zum Tabernakel schaut, das kann er ja machen, wenn er alleine betet. Gott ist überall.

Edeltraud Schwarz

Pfaffing

Mein Leserbrief zur Georg Ratzingers Watschen hat zu für mich unverständlichen Reaktionen geführt. Ich habe weder Ohrfeigen für gut befunden, noch von besserer Ausbildung geschrieben. Mit den Gegebenheiten aus meiner Schulzeit wollte ich die Verhältnismäßigkeit aufzeigen, denn Georg Ratzinger war vor 50 und mehr Jahren nicht der einzige Ausbilder, der geohrfeigt hat. Was mein Beitrag mit Leihmüttern und verkauften Kindern zu tun hat, kann ich nicht nachvollziehen. Wer herausgelesen hat, dass ich Gewalt gegen Kinder befürworte, der hat mich vollkommen falsch verstanden. Leserbriefschreiber Maier unterstellt mir, dass ich die Lehrerin, die sieben Ohrfeigen gab, als gutes Beispiel hinstelle und die Meinung einer meiner Lehrer meine eigene Meinung wäre. Dies ist meinem Beitrag nicht zu entnehmen. Wer Kritik übt, sollte sich an das halten, was geschrieben wurde, und nicht herauslesen, was nicht geschrieben war.

Wolfgang Weber

Schnaitsee

Der Leserbrief „Amtskirchen auf Holzpfad“ macht mich sehr nachdenklich. Doch was nutzen unsere Briefe? Uns bleiben doch nur Brot und Spiele. Gehen ja gerade wieder los. Aber auch: Uns geht es besser als irgendwo anders. Darum sollte die gesellschaftliche Verantwortung nun ihr Hauptaugenmerk auf die nun mehr als zwei Millionen schlechter Gestellten richten. Doch wen soll man dafür wählen? Wenn Rollstuhlbedürftige um Hilfsmittel kämpfen, wenn Alleinerziehende gerade so über die Runden kommen, wenn immer mehr Rentner zuarbeiten müssen, wenn wir Tafeln brauchen! Wenn die großen Aufgaben allerorten von Ehrenamtlichen abhängen und all die Betrügereien, Boni-Mitnahmen und vieles mehr.

Dieter Winkler

Grassau

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