Eigentlich regiert die Wirtschaft

von Redaktion

Zum Leserbrief „Konzerne kassieren“ von Wolfgang Schnepper:

Nicht die Politiker machen die Politik, egal, ob lokal, regional, national oder international, sondern die Wirtschaft mit ihren global und national agierenden Konzernen und Unternehmen. Die Politikverdrossenheit wird immer als negatives Beispiel für unvernünftiges Verhalten der Wählerschaft gesehen, denn wer nicht wählt, wählt ja bekanntlich falsch, ich denke das auch, obwohl ich immer mehr ins Zweifeln komme, da die Politik, egal ob kommunal, national oder international, von der Wirtschaft bestimmt wird.

Es ist völlig egal, welche Partei man wählt. Am Ende wählt man doch die Interessen irgendwelcher Wirtschaftsverbände oder, wie derzeit, der Autokonzerne.

Die Parteien, egal welcher Couleur, werden ihre Versprechen, die sie geben, um ja gewählt zu werden, spätestens wenn sie an der Regierung beziehungsweise im Amt sind, den Interessen der Wirtschaft unterordnen. Es gibt genügend Beispiele für meine Behauptungen, selbst kleine Stadträte oder Bürgermeister lassen sich vor den Wirtschafts-Karren spannen und verkaufen uns ihre Haltung als Labsal für den Bürger und für die Arbeitsplätze.

Manche Protestwähler werden da auch noch viel Lehrgeld zahlen müssen, so wie damals, als Rot-Grün für die Ablösung einer von der Wirtschaft gesteuerten und durch Spendengelder gekauften Regierung gesorgt hatte, um anschließend eine unsoziale Politik zugunsten mancher Großunternehmer zu fahren.

Ich werde im September zwar zur Wahlurne gehen, aber doch mit dem mulmigen Gefühl, nichts bewirken zu können und schon gar nicht etwas zu entscheiden. Ehrlich, auch ich nähere mich immer mehr dieser von den Medien immer wieder zitierten Politikverdrossenheit.

Andreas Sedlaczek

Mühldorf

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