Wie Fluchtursachen bekämpfen?

von Redaktion

Zu „Immer mehr Flüchtlinge holen Frauen und Kinder nach“ im Politikteil:

Im Artikel werden die Begriffe Asylant und Flüchtling gleichgesetzt. Im öffentlichen Diskurs werden sogar die Begriffe Asyl, Flucht und Migration durcheinander geworfen, obwohl eigentlich alles geregelt ist. Für Asylbewerber gilt der Artikel 16 des Grundgesetzes: „Politisch Verfolgte genießen Asylrecht“. Für Flüchtlinge (zum Beispiel aus Kriegsgebieten) gilt die Genfer Flüchtlingskonvention. Asylbewerber bekommen Asyl, Flüchtlinge subsidiären Schutz. Personen, die aus wirtschaftlichen Gründen ihr Land verlassen, sind weder Asylanten noch Flüchtlinge, sie sind Migranten. Sie brauchen ein Visum. Als Folge dieser Begriffsverwirrungen gibt es ziemlich abenteuerliche Lösungsvorschläge: „Man muss die Fluchtursachen in den Herkunftsländern bekämpfen“, heißt es unisono. Aber wie bekämpft man es, wenn in einem diktatorischen Land politische Gegner drangsaliert werden? Wie bekämpft man, dass es Bürgerkriege wie in Syrien gibt? Auch die Bekämpfung von Migrationsursachen ist nicht einfach, zum Beispiel Afrika: Seit mehr als 50 Jahren wird Entwicklungshilfe geleistet, trotzdem wird von vielen Millionen Migrationswilligen gesprochen.

Dr. Heinz Brecht

Söchtenau

Artikel 1 von 11