Zum Artikel „Almbauern halten Einigung zum Umgang mit Wölfen für unsinnig“ im Bayernteil:
Als Bauer habe ich von Kindheit an mit der Natur und der Landwirtschaft gelebt. Entgegen der landläufigen Entwicklung wurde auf unserem Betrieb die Weidehaltung von Rindern und Pferden beibehalten und ich freue mich darüber, dass das Bewusstsein für artgerechte Tierhaltung wieder wächst. Das beinhaltet, dass der Weidegang der Tiere wieder empfohlen wird. Auch in den Alpen wurde zur Pflege der Almwiesen die Weidehaltung erhalten, was für den Tourismus wichtig ist. Nun machen sich Natur- und Tierschützer dafür stark, den Wolf wieder heimisch zu machen. Die Nutztiere, also Schafe, Ziegen, Rinder und Pferdefohlen, werden vom Wolf gerissen und die übrige Herde gerät in Panik, sie respektieren Zäune nicht mehr und stürzen in den Alpen sogar ab. Die gerissenen Tiere werden nicht gleich getötet, sondern zunächst verletzt und gehen unter großen Qualen zugrunde. Dies ist meiner Meinung nach nicht vereinbar mit der Forderung der Tierschützer nach schmerzlosem Töten. Wenn der Wolf nicht bejagt wird, besteht die Gefahr, dass unsere Almen und Weiden nicht mehr weiter bestehen. Das tatenlose Zusehen unserer verantwortlichen Politiker kann ich nicht verstehen. Meines Erachtens bekommen wir mit dem Wolf ähnliche Probleme wie mit den Wildschweinen, wenn nicht konsequent vorgegangen wird. Unser Land ist einfach zu dicht besiedelt, um diesen Raubtieren, Wolf und Bär, Lebensraum bieten zu können. In Sachsen und Brandenburg haben sie bereits große Probleme mit Wolfsrudeln, dies sollte mit allen möglichen Mitteln verhindert werden. In der Slowakei wird der Wolf geduldet, aber er wird bejagt, um ihn einzugrenzen.
Georg Stadler sen.
Mehring