Cromwell ein Staatsmann?

von Redaktion

Zur Rubrik „Namenstage“ im Regionalteil:

Ich schaue mir fast regelmäßig im Lokalteil die Rubrik „Namenstage“ an und staune oft, wer da alles erwähnt wird. Eines ist mir klar: Die „Heiligsprechung“ kann kein Kriterium sein. Interessant ist auch die Erklärung des Ursprungs des Vornamens. Kürzlich habe ich aber mit ungläubigem Staunen den Namen Oliver Cromwell gelesen, der als „Staatsmann, die außenpolitische Grundlage für Englands Aufstieg zur Weltmacht schuf“. Aber wie! Cromwell führte unter anderem einen grausamen Vernichtungskrieg zur Eroberung Irlands, der von einigen Historikern sogar als Genozid, also als Völkermord, bezeichnet wird. Allen Irlandfreunden, die sich nur ein wenig mit der Geschichte des Landes befasst haben, stellen sich bei der Nennung dieses Namens die Nackenhaare auf. Dass Irland und seine Landschaft noch heute durch unzählige Klosterruinen – sie sind nach der grausamen Ermordung unendlich vieler Mönche übrig geblieben – geprägt ist, „verdankt“ es ganz überwiegend Oliver Cromwell. Ein solcher Schlächter hat bei den Namensnennungen eigentlich nichts verloren.

Udo Kesselgruber

Waldkraiburg

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