Zinsen kein Wahlkampfthema

von Redaktion

Zur Berichterstattung über die Geldpolitik der EZB (Politikteil):

Es ist schon erstaunlich, dass im gesamten Wahlkampf nur über soziale Gerechtigkeit, Rente, Sicherheit, Bildung und über den Dieselskandal debattiert wird. Wo bleibt die Interessenvertretung der Sparer, die sich seit Jahren praktisch mit Nullzinsen abfinden müssen, aufgrund einer irrwitzigen Geldpolitik der Europäischen Zentralbank? Kein Wort ist von unseren Politikern insbesondere Frau Merkel und Herrn Schäuble zu hören. Hier geht es um Summen in einer Größenordnung von 300 bis 400 Milliarden Euro, die den Sparer entzogen wurden. Wie sollen die Bürger eine zusätzliche Altersvorsorge neben aufbauen, wenn für das Gesparte keine Zinsen bezahlt werden? Wenn jemand Draghis Zinspolitik in Frage stellt, heißt es, die EZB sei unabhängig. Ist das wirklich so und in welchem Interesse ist sie das? Bislang kann man feststellen, dass die EZB seit zwei Jahren monatlich für 80 Milliarden Anleihenschrott der Südländer beharrlich aufkauft. Durch dieses Eingreifen werden die Zinsen in Richtung Null gedrückt. Wer am Ende die Zeche für diese irrwitzige Geldpolitik bezahlen wird, können Sie sich denken – wir! Viele fragen sich, warum deutsche Politiker insbesondere Herr Schäuble hier so zurückhaltend sind. Es ist ganz einfach: Der Bund profitiert jährlich rund 60 Milliarden Euro, die er zusätzlich ausgeben, sprich als Wahlgeschenke verteilen kann, ohne die schwarze Null aufgeben zu müssen. Richtig wäre es, die auf diese Weise eingenommenen Gelder in einen Altersvorsorgefonds zu stecken und nicht nach dem Gießkannenprinzip zu verteilen. Das böse Erwachen wird kommen, wenn die durch diese irrsinnige Geldpolitik geschaffenen Blasen an den Finanzmärkten, aber auch am Immobilienmarkt platzen werden. Aber dann will sicher wieder keiner Verantwortung übernehmen.

Hubert Stephan

Gstadt

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