Unpassende Vergleiche

von Redaktion

Zum Bericht „Wir reizen die Volksmusik voll aus“ im Bayernteil:

Hier werden drei junge Vollblutmusikanten vorgestellt, die neben Beruf und Studium ihrer musikalischen Leidenschaft nachgehen. Bei all der Begeisterung, die der Autor gespürt haben mag und die in seinem Artikel zum Ausdruck kommt, können einige Passagen nicht unwidersprochen bleiben. Schon der Begriff „echte Volksmusik“ hat in der Musikwelt zu vielfältigsten Diskussionen geführt. Wird traditionelle Volksmusik unecht, wenn sie durch junge Musikanten neu interpretiert wird? Was mir als Zitherspielerin aber besonders zu denken gibt, ist der Vergleich, den der Autor heranzieht. So schreibt er, sie spielen „keine verstaubte Zithermusik bayerischer Museumskapellen“, was auch immer damit gemeint sein mag. Als Kenner der Zithermusikszene und Vorsitzende des Bayerischen Landesverbands im Deutschen Zithermusik-Bund kann ich derart abwertende Vergleiche nicht nachvollziehen. Um etwas als gut, schön oder gelungen zu bewerten, muss ich nicht gleichzeitig anderes, nicht Vergleichbares, schlechtmachen! Wenn zudem die traditionelle Bauernstube mit Kachelofen, Holzdecke und selbst gefertigten Schnitzereien als gemütlich, die traditionelle Volksmusik aber als verstaubt dargestellt wird, dann hinkt der Vergleich. Dass jeder Musiker Vorbilder hat, ist verständlich. Herbert Pixner ist Vorbild vieler Ziachspieler geworden. Ihn aber als „Ziach-Gott“ bezeichnen? Seine Musik ist virtuos, nachahmenswert, genial, aber bestimmt nicht anbetungswürdig! Ich bin begeistert, mit wie viel Herzblut, musikalischen Fähigkeiten und technischen Fertigkeiten die Jugend ihre Leidenschaft des Musizierens unters Volk bringt. Denn mit Leidenschaft gespielte Musik lebt, auch die traditionelle Volks- und Zithermusik. Der „Dreieckmusi“ wünsche ich noch viele schöne musikalische Momente, dem Schreiber bei zukünftigen Artikeln eine geschicktere Formulierung.

Annette Bliemetsrieder

Flintsbach

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