Zum Artikel „Trump: Nordkorea droht Vernichtung“ auf der Titelseite:
Der rücksichtslose Vernichtungskrieg gegen Zivilisten ist nichts Neues. Ich, der ich als Soldat im Zweiten Weltkrieg Bombenangriffe miterlebt habe, meine, dass die damaligen Siegermächte das deutsche Volk ausgelöscht hätten, wenn die technischen Möglichkeiten dazu schon vorhanden gewesen wären.
1988 wurde bekannt, dass die Alliierten 1943 planten, 30 deutsche Städte zwei Wochen lang mit C-Waffen anzugreifen. Man kalkulierte mit rund sechs Millionen Toten und zwölf Millionen Verletzten. Bereits in den 1920er- und 30er-Jahren wurden Konzepte für die Flächenbombardierung Deutschlands erarbeitet und mit dem Bau der Bomberflotten begonnen. Luftmarschall Sir Arthur Harris erklärte später in Rückschau darauf: „Industrieziele waren für uns eine Art Sonderprämie. Unser eigentliches Ziel war immer die Innenstadt.“ Der nach dem Krieg mit dem Aachener Karlspreis ausgezeichnete Premier Churchill ließ zur „Krönung“ des Bombenkrieges das mit Flüchtlingen aus dem Osten überfüllte, militärisch unwichtige, aber kulturell herausragende Dresden kurz vor Kriegsende in Schutt und Asche legen. Nach dem Krieg bedauerte Samuel Cohen, der „Vater der Neutronenbombe“, dass diese im Zweiten Weltkrieg noch nicht zur Verfügung stand, um sie dort einzusetzen. Noch Jahrzehnte nach Kriegsende 1945 schwebte über dem geteilten Restdeutschland das Damoklesschwert – wäre es doch bei einem Ost-West-Konflikt zum nuklearen Hauptschlachtfeld geworden. Im Jahr 1986 verließ Staatssekretär Willy Wimmer aus Protest eine NATO-Übung, in deren Rahmen die atomare Beschießung von Dresden von Westdeutschland aus simuliert wurde.
Als 94-Jähriger muss ich leider feststellen, dass es nicht auszuschließen ist, dass die Schrecken des Kalten Krieges zurückkehren und Wirklichkeit werden.
Curt Faber
Mühldorf