ÖPNV: Gestaltung Fehlanzeige

von Redaktion

Zu „SPD fordert mehr Dampf“ im Regionalteil:

Es ist unerträglich, wie Landkreis und Stadt Rosenheim das Thema ÖPNV behandeln. Seit Jahrzehnten gibt es kein Konzept; Gestaltung findet nicht statt! Man lässt die Anbieter fahren, wie sie es für richtig halten, und die picken sich die lukrativen Rosinen heraus. Von einem räumlich und zeitlich flächendeckenden Angebot sind wir im Landkreis weit entfernt. Die Behauptung des Landrates, dass 60 bis 70 Prozent des Landkreises gut erschlossen sind, halte ich für dreist. Eine verhältnismäßig gute Erschließung haben die Gemeinden, die sich über einen Bahnhaltepunkt des Meridians freuen dürfen. Aber auch nur die Bürger, die in der Nähe leben. Denn einen Bus als Zubringer gibt es nur in wenigen Gemeinden. Hier wären die Kommunen oder auch der Landkreis gefragt. Bisher listete das, was sich Nahverkehrsplan nannte, einfach nur die existierenden Buslinien auf. So ist durchaus zu loben, dass endlich ein Planungsbüro beauftragt wurde, Vorschläge zu erarbeiten. Aber es dauert alles unendlich lange. Auch die Stadt Rosenheim scheint hier auf der Bremse zu stehen. Hat Frau OB Bauer und der Rosenheimer Stadtrat die Botschaft vom Bayerischen Städtetag immer noch nicht verinnerlicht: „Die Idee der autogerechten Stadt entspricht nicht mehr den heutigen Anforderungen“ hieß es da und „es gelte, den öffentlichen Nahverkehr zu stärken“. Ich bin gespannt auf die ersten Vorschläge des Fachplaners, und noch mehr bin ich gespannt, inwieweit sich die Fraktionen im Kreistag und im Stadtrat darauf einlassen. Wenn es darum geht, irgendwo neue Straßen zu bauen, sind immer sehr schnell Gelder vorhanden – siehe die Brücke über die Mangfall bei Hinrichssegen oder die Kraglinger Spange in Stephanskirchen. Sobald es um Geld für den ÖPNV geht, schauen viele Politiker in die Luft. Wann ist denn der erste Entwurf des neuen Nahverkehrsplanes zu erwarten? Der Landrat spricht von 2018. Ich hoffe, dass sich die Fraktionen vornehmen, sich Mitte 2018 einen Zwischenbericht geben zu lassen.

Dr. Willi Messing

RoRegio, Bad Aibling

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