Frauen zur Befreiung verhelfen

von Redaktion

Zu „Kardinal Marx erwartet keine Änderungen an ‚Amoris laetitia‘“ (Bayern):

In einer ähnlichen Lage der Unzufriedenheit, wie die AfD vor und nach der Wahl mit den politischen Zuständen war, befinden sich katholische Frauen in Deutschland. Sie wurden gleichsam in die „Gefangenschaft“ des Vatikans abgeschoben, genießen nicht den Schutz der deutschen Justiz. Die Gleichberechtigung wird ihnen nicht gewährt. In den zwölf Jahren ihrer Kanzlerschaft haben die Bundeskanzlerin und ihre Politik sich nie dieser Frauengruppe mit Kindern angenommen, die eine Beziehung zu einem Priester eingegangen sind und mit diesem patriarchalen System „verheiratet“ sind. Sie wurden aus dem deutschen Rechtsstaat ausgegliedert. Das „Hitler-Konkordat“ von 1933 beziehungsweise 1937 mit dem Heiligen Stuhl bietet ihnen keinen Schutz. Die Differenzen zwischen dem Pflichtzölibat und dem Grundgesetz, die die Ursache der Diskriminierungen sind, werden nicht zur Kenntnis genommen. Auch unter den katholischen Frauen selbst besteht keine Solidarität. Die großen katholischen Verbände üben sich in einer Gehorsamsstarre den Prälaten gegenüber. Ihr Selbstbewusstsein hat unter dem vatikanischen System sehr gelitten. Keiner der großen Frauenverbände tritt in der Öffentlichkeit auf, um von der Bischofskonferenz Ablösung des diskriminierenden Zwangssystems zu fordern. Wenn Bischof Marx von „Zeichen der Zeit erkennen“ spricht, sollte er erst einmal das patriarchale Grundproblem der Vatikan-Kirche angehen und den Frauen zur Befreiung verhelfen. Dann könnten die beiden „mutigen“ Bischofsherren an die Überwindung der Trennung im Christentum gehen.

Lieselotte Heilmeier-Beerheide

Feldkirchen-Westerham

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