Zu den Berichten „Mildes Urteil nach Horror-Unfall“ und „Oma Ingrid muss ins Gefängnis“ (Bayernteil):
Als ebenfalls von unserer Gesellschaftsform übersehene Frau, was die Altersversorgung anbelangt, fiel mir der Artikel „Oma Ingrid muss ins Gefängnis“ ins Auge. Dass diese alte Frau ins Gefängnis muss, da sie sich – aufgrund ihrer Erziehung wie Jugendzeit – nicht anders zu helfen wusste, als Artikel zu entwenden und keine Hilfe anzunehmen, zeigt einmal wieder aufs Neue, wie unsere Gesellschaft immer noch, immer wieder tickt. Neoliberalistisch. Die „Herren“ unserer Gesellschaft können Millionen verzocken und erhalten nach geringer Gefängnisstrafe wieder einen „tollen“ Job; Manager verdienen im Jahr Millionenbeträge. Dass auch Anwälte und Staatsanwälte wie Verteidiger dies zulassen, zeigt ebenfalls deutlich die Konformität mit dem ungerechten System. Wäre es nicht, dem Beruf entsprechend, besser, der alten Frau Wege aufzuzeigen, wie sie humaner überleben könnte in unserer patriarchischen Kultur? Immer noch. „Deutschland, ein Wintermärchen“, frei nach Heine. Danke für Ihre tagtäglich gute Berichterstattung.
Barbara Kempkens
Bad Aibling
Durch die Schuld einer 18-jährigen Fahranfängerin wird ein dreijähriges Kind getötet und ein 17 Monate altes Baby bleibt querschnittsgelähmt – sein Leben lang. Und die Verursacherin wird zu einer Leseweisung verurteilt, wonach sie ein ausgesuchtes Buch lesen muss und den Führerschein darf sie behalten. Was haben wir in Deutschland für eine Rechtsprechung! Und eine 84-jährige Rentnerin, die Lebensmittel – zwar wiederholt – im Werte von 7,90 Euro nicht bezahlt hat, weil sie hungerte mit ihrer Rente von 390 Euro, wird zu Gefängnis verurteilt. Ich bin entsetzt über beide Urteile und frage mich, wie Richter diese verantworten können.
Ursula Pfab
Stephanskirchen