Zum Bericht „Sechsjähriger erleidet zu Hause Martyrium“ im Bayernteil:
Mit Entsetzen habe ich diesen Bericht gelesen. Am Anfang ein großes Lob an die Tankstellen-Pächterin, die nicht weggeschaut hat und ihre Beobachtung dem Jugendamt meldete. Es scheint, als ob sich die Fälle, in denen Kinder missbraucht, misshandelt werden und nicht kindgerecht aufwachsen dürfen, häufen. Nicht selten von Bekannten, Verwandten, ja sogar vor den eigenen Eltern sind viele Kinder nicht mehr sicher. Eltern haben die Pflicht, Kinder in deren körperlicher und seelischer Entwicklung zu unterstützen. In diesem Fall wurde dies kläglich missachtet. Ich gehe sogar noch weiter und würde von einer versuchten Tötung sprechen. Jeder, der einen normalen Menschenverstand besitzt, kann erkennen, dass es sich hier um ein schwerwiegendes Verbrechen handelt, das durch nichts zu rechtfertigen ist. In unserem viel zu unübersichtlichen Strafgesetzbuch werden Täter mit Samthandschuhen angefasst. Mit schwieriger Kindheit und psychischen Krankheiten lässt sich plötzlich alles schön reden und rechtfertigen. Täter werden geschützt und die Opfer nicht selten mit ihren extremen Problemen alleine gelassen! Aber: Jeder erwachsene Mensch ist für sein „Tun“ oder „Nichttun“ selber verantwortlich. Wenn man sich, wie in diesem Fall, mit Alkohol das Gehirn wegsäuft und Drogen ihren Rest besorgen und dann Sexkontakte und Spiele wichtiger sind als das Leben ihres eigenen Kindes, dann hat das meines Erachtens nichts mit einer schlimmen Kindheit oder einer psychischen Krankheit zu tun! Ich appelliere an alle Menschen, schaut nicht weg, was in der eurer Umgebung, eurer Nachbarschaft und, nicht gar so selten, auch in der Familie passiert. Ruft lieber einmal öfter die Polizei und Jugendamt um Hilfe als einmal zu wenig. Es geht hier schließlich um „schutzbefohlene Kinder“.
Viola Kurz
Bad Feilnbach