Zum Interview „Die Aura der Alpen geht verloren“ im Bayernteil:
Die Sorge um die „Aura der Alpen“ aus dem Munde des DAV-Vizepräsidenten empfinde ich als scheinheilig. Der Alpenverein ist meines Erachtens ein wesentlicher Treiber in der Entwicklung des Massentourismus in den Alpen und darüber hinaus. Die Zeit des elitären Bergsteigervereins, für deren Mitgliedschaft man früher Bürgen benötigte, ist längst vorbei. Ganz im Gegenteil zeichnet sich der DAV durch aktive Mitgliederwerbung in 356 Sektionen aus und hat schon vor Jahren das Millionste Mitglied begrüßt. Durch Trendsportarten wie Sportklettern, Mountainbiking sowie Kurs- und Tourenangebote des Summitclubs wurden und werden zunehmend Menschen motiviert, die Berge zu bevölkern. Ausbau und Erhöhung des Komforts der Alpenvereinshütten tragen ebenfalls zum gesteigerten Interesse an den Bergsportarten bei. Natürlich ist es prinzipiell positiv, wenn sich Menschen in der Natur bewegen, aber dann sollte man seitens einer Organisation, die diese Aktivitäten aktiv fördert, nicht über „Verlust der Aura“ jammern.
Ulrich Huber
Staudach-Egerndach