Ein Bärendienst für Europa

von Redaktion

Zu „Brüssels Diktat ablegen“ (Leserbrief):

„Hoffentlich wieder ein Regierungschef mehr, der sich den Euro-Zentralisten in Brüssel widersetzt“. Dieser Satz ist eine Chuzpe. Bei dem Wahlsieger in Tschechien, dem populistischen Milliardär Babis, steht der Verdacht des EU-Subventionsbetrugs in Millionenhöhe im Raum. Obwohl viele Parteien eine Zusammenarbeit mit ihm ablehnen, wurde er dennoch vom Tschechiens Präsidenten Milos Zeman – „Sudetendeutsche als Hitlers Fünfte Kolonne“– mit der Regierungsbildung beauftragt. „Gut so!“ – bravo Herr Händl! Sie sollten aber wissen, dass Brüssel der Name der belgischen Hauptstadt ist und kein Synonym für Moskau zur Zeit des real existierenden Sozialismus. Sie blasen ins gleiche Horn wie der Europazerstörer Nr. 1 Viktor Orbán, der, wie auch der Pole Kaczynski, die Rechtsstaatlichkeit mit Füßen tritt. Die Formulierungen wie „Das Gejammer in den westlichen Staaten“ und „den Völkern Europas ihre Souveränität zu stehlen“, „sie von Brüssel aus undemokratisch im Stil der Sowjetunion zu kujonieren“ ist der unerträgliche Originalton Orbán. Orbán hat eine in den EU-Mitgliedsstaaten bisher beispiellose antieuropäische Propagandamaschine in Gang gesetzt und sendet völkische Hassbotschaften voller Lügen. Dies müsste Herrn Händl bekannt sein. Wegen seines verfehlten Plädoyers für Babis hätte seinen Parteikollegen in der CSU der Kragen längst platzen müssen. Mit Ungarn und Polen haben wir zwei ehemalige Ostblockstaaten in unser europäisches Haus geholt und jetzt müssen wir mitansehen, wie sie alles kaputt machen. Beide Staaten können sich für die Unterstützung ihrer unverantwortlichen europafeindlichen und nationalistischen Propaganda bei Herrn Händl bedanken. Er aber sollte aufpassen, dass er sich keine solche Ansichten ans Bein bindet, die er nur schwer wieder losbekommt.

Dr. Karl Wingler

Mühldorf

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