Auslegungsfehler oder Tabubruch?

von Redaktion

Zum Bericht „Warum der Papst mit dem Vaterunser hadert“ (Blickpunkt-Seite) und zu Leserbriefen:

Dass es sich beim jetzigen „Vaterunser“ um einen Auslegungsfehler handelt, davon bin ich schon lange überzeugt. Und es spricht, für unseren Papst, dass er das Thema anspricht Gott hat uns einen freien Willen und ein Gefühl für Moral eingegeben. Und beim Anwenden dieser Gaben können wir Menschen wachsen und unseren Charakter formen. Und genau in der Versuchung haben wir die Möglichkeit, uns zu bewähren und zu entwickeln. Wenn die Versuchung durch den Teufel oder wen auch immer wegbliebe, könnten wir einen wesentlichen Teil, der uns von den Tieren unterscheidet, nicht entwickeln! So kann es nur sinnrichtig heißen „Hilf uns in der Versuchung“.

Jürgen Bauer

Riedering

Kein vernünftiger Neutestamentler bezweifelt, dass die sechste Vaterunser-Bitte, wie sie bei Matthäus 6,13 und Lukas 11,4 gleichlautend überliefert ist, den Worten Jesu selbst – ob aramäisch, hebräisch oder griechisch – entspricht. Das Verb „eis-enenkein“ heißt „hinein-tragen, hinein-bringen“, von Hieronymus ins Lateinische mit „in-ducere“ – „hinein-führen“ übersetzt. Nun trägt, führt und begleitet Gott die Existenz eines jeden Menschen, ohne ihm seinen freien Willen zu nehmen. Eingedenk der Worte Jesu „Wachet und betet, damit ihr nicht in Versuchung geratet. Der Geist ist willig, aber das Fleisch ist schwach“ (Mt 26,41; Mk 14,39) bittet der Mensch Gott in Demut, ihn in seiner Schwäche auf dem Weg aufzuhalten, der in die Versuchung führt. Sieht man also die Versuchung als einen Weg, der einen Anfang und ein Ende hat, ergeben sich aus der Vaterunser-Bitte zwei Bedeutungen: Erstens: Lass die Versuchung keinen Anfang haben, also, lass Versuchungen an uns vorübergehen. Zweitens: Unterstütze uns in unserer Schwäche, damit wir nicht Versuchungen jedweder Art unterliegen.

Armin Rieble

Stephanskirchen

Und jetzt erst recht bestätigt es sich, dass das nicht der richtige Papst für uns Katholiken ist. Wenn er schon das eigentliche Grundgebet infrage stellt, ist er für die Kirche nicht mehr tragbar. In verschiedenen Zeitungen und Nachrichtenagenturen war vor einem Jahr schon zu lesen: „Katholiken in den USA appellieren an Papst Franziskus, den Kurs zu ändern oder sein Petrus-Amt aufzugeben!“ Meines Erachtens fügt dieser Papst der Kirche noch schwereren Schaden zu als bisher. Im Übrigen ist das Vaterunser ja schon seit dem II. Vaticanum umgeändert und verfälscht worden. Das richtige römisch/katholische Grundgebet lautet: „Vaterunser, der du bist …“ und weiter „… und erlöse uns von dem Übel“. So hat uns der Herr das Beten gelehrt! Eine weitere Katastrophe ist die verhängnisvolle Ökumene: Der gesunde Menschenverstand sagt ja schon aus, dass man nicht einfach zwei völlig verschiedene Konfessionen zusammenwerfen kann. Papst Franziskus sagte im April 2016: „Ich aber gehöre zu dieser Religion oder zu jener anderen (…) Das ist nicht wichtig“! Braucht es noch mehr Worte?

Jakob Grandl

Riedering

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