Die vergessenen Opfer

von Redaktion

Zum Bericht „Merkel: Mehr Hilfe für Hinterbliebene“ (Politikteil):

Die Toten sind begraben. Die Verletzten und Hinterbliebenen alleingelassen, aber Amri muss man sich immer wieder anschauen in den Medien. Es wird krampfhaft nach Schuldigen gesucht und schließlich werden sie auch gefunden, um aufzudecken, was alles falsch lief, während andere Gefährder weiterhin geschützt und gedeckt werden durch unser Rechtssystem. Welch ein Ansporn für Verbrecher, die unschuldige, wehrlose Menschen töten oder missbrauchen, um eben ihr krankes Denken zu vollenden und dadurch auch noch berühmt zu werden.

Franziska Mühlbauer

Rosenheim

Ein Jahr ist es nun her, dass der islamistische Attentäter Anis Amri in Berlin einen verheerenden Anschlag verübte. Zwölf unschuldige Menschen wurden in den Tod gerissen und der polnische Fahrer eines Sattelzugs kaltblütig erschossen. Seit einem Jahr wurde sich um die Opfer wenig gekümmert. Erst nachdem sich die Medien für die Opfer und Opferfamilien interessierten und an die Frau Bundeskanzler einen offenen Brief schrieben, wachte das politische Berlin auf. Auch der Abschlussbericht des Opferbeauftragten der Bundesregierung, Kurt Beck, und des Justizministers Heiko Maas zeigte erhebliche Vernachlässigungen gegenüber den Opfern und Opferfamilien auf. Sie sollen nun besser entschädigt werden. Angesichts der gravierenden Ermittlungspannen der Berliner Polizeibehörden im Zusammenhang mit dem Attentäter eine Farce. Was geschieht mit den Opfern von kriminellen Gewalttaten? Ach ja, diese Opfer haben ja keine Lobby! Den Tätern werden mehr Aufmerksamkeiten und juristische Möglichkeiten angeboten, als den Opfern oder Opferfamilien. Dadurch werden die Opfer und deren Familien ein zweites Mal verhöhnt. Antisemitische Anschläge und Flaggenverbrennungen werden offen in Berlin unter den Augen der Weltöffentlichkeit vollzogen. Warum werden solche Straftäter nicht sofort ausgewiesen oder eingesperrt? Sind wir schon so abgestumpft, um diese dauerhaften Rechtsbrüche achselzuckend hinzunehmen! Haben wir die Schandtaten gegenüber der jüdischen Bevölkerung durch Deutsche im Dritten Reich vergessen? Flotte und markige Sprüche unserer Politiker in den Medien sind wenig hilfreich. Das sofortige und unnachgiebige Handeln des Staates gegenüber diesen Straftätern ist hier angesagt.

Adelbert Schömer

Rosenheim

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