Zum Bericht „Noch keine Lösung in der Krippenfrage“ (Lokalteil):
Die Realisierung einer Kinderkrippe in Polling scheiterte bislang an den Kosten. Nun bietet sich in der ehemaligen Hausmeisterwohnung im Schulhaus Flossing eine kostengünstige Möglichkeit an. Die veranschlagten Kosten liegen bei 350000 Euro, während ein Neubau für eine Gruppe bei 770000 Euro und für zwei Gruppen bei rund 1,3 Millionen Euro liegt. Die Mehrheit der Pollinger Gemeinderäte sieht jedoch den Standort Oberflossing als nicht geeignet an und favorisiert entgegen früherer Beschlüsse einen Neubau in Polling. Die genannten Argumente sind schnell als vorgeschoben erkennbar: Warum sollte ein einjähriges Kind in einem Neubau besser betreut werden können als in einem sanierten Altbau? Gemeinderat Mollner forderte gar die Schließung und den Verkauf der Flossinger Schule, denn schließlich sei Flossing seit über 40 Jahren eingemeindet; und das mit den Kosten sei nur die Frage, wie man es sich hinrechnet. Kinder, welche die Eltern in auswärtige Einrichtungen bringen, wird man so auch nicht zurückgewinnen, da dies das Ergebnis einer verfehlten Gemeindepolitik ist, in welcher man Siedlungen direkt an die Mühldorfer Stadtgrenze gebaut hat; deren Bürger bringen wegen der Ortsnähe ihre Kinder nach Mühldorf. In solchen Standortfragen wird das Dilemma einer Gemeinde mit mehreren, zum Teil gleich großen Ortsteilen deutlich. Der Boom einer benachbarten Stadt wie Mühldorf wirkt sich auch positiv auf das Umland aus. Leider ist in Polling das Gegenteil der Fall, die Zahlen der Arbeitsplätze, Gewerbesteuereinnahmen und Einwohner sinken. Sinnvoll wäre es, sachgerecht zusammenzuarbeiten und das Geld seiner Bürger nicht in unsinnige Projekte zu stecken. Polling hätte die Möglichkeit der kostengünstigen Nutzung eines Altbaus, anstatt den bayernweit hohen Flächenverbrauch voranzutreiben. Es wäre sehr schade, wenn man hier keine vernünftige Entscheidung treffen könnte.
Josef Gartner
Polling