Zur Debatte um den Wortlaut des Vaterunser (überregionaler Teil) und zu Leserbriefen:
Ich bin Papst Franziskus sehr dankbar für diesen Denkanstoß, denn mehr ist es bis jetzt noch nicht. In Konsequenz zu seinem bisherigen Handeln überlässt er die Entscheidung den nationalen Bischofskonferenzen. In diesem Fall greift er eine Entscheidung der französischen Bischofskonferenz auf und thematisiert sie. Ich sehe in dem Vorschlag keine Verfälschung der Lehre Jesu. In vielfachen Übersetzungen vom Aramäischen ins Hebräische, vom Hebräischen ins Griechische, vom Griechischen ins Lateinische und vom Lateinischen ins Deutsche können sich leicht Übersetzungs-, ja sogar Überlieferungsfehler einschleichen. Das Buch Hiob als Beispiel für Versuchungen durch Gott heranzuziehen, ist abwegig. Das Buch Hiob ist ein Epos, ein literarisches Lehrstück, das das Geheimnis der Theodizee, des Verhältnisses zwischen Tun und Ergehen, beschreiben und erklären soll. Es ist undenkbar, dass Gott sich auf so einen Kuhhandel mit dem Versucher einlässt. Ich würde es sehr begrüßen, wenn sich die deutsche Bischofskonferenz auf die französische Variante einlassen könnte. Die Einführung in Frankreich und anderen Ländern beweist, dass eine Umstellung möglich ist.
Georg Gottinger
Taufkirchen