Zu „Medizinstudium in der Notaufnahme“ (Bayernteil) und zu „Rüffel für die Kultusminister“ (Kommentar im Politikteil):
Höchste Zeit für neue Zulassungsbedingungen. Dennoch müsste in unserem kranken Gesundheitsunwesen noch mehr aufgebrochen werden. Für den extremen Ansturm auf ein Medizinstudium ist offensichtlich nicht das Wohlergehen eines Volkes, sondern vielmehr das Einkommen und ein hoher sozialer Status verantwortlich. Wenn wir schon Weltmeister bei Arztbesuchen und Operationen sind, hat unsere große Koalition mit einem Versorgungsverstärkungsgesetz noch dazu beigetragen, dass Verantwortungslosigkeit und Bequemlichkeit zusätzlich gefördert werden. Verständlich, dass die gut verdienenden Kräfte im Gesundheitsunwesen mehr Interesse an ihren Profiten haben als an mitdenkenden Patienten und ganzheitlichen Heilungsansätzen. Solche werden zusätzlich verhindert, wenn der Mensch in seiner Leib-Seele-Ganzheit übergangen wird. Kein Wunder, wenn so letzlich trotz überdurchschnittlich vieler Krankenhäuser und Arztpraxen mit erheblichen Kosten unser Volk offensichtlich immer kränker wird. Mehr Ärzte und Arztbesuche können auch mehr Krankheiten produzieren und lukrative Patienten krank halten. In diesem kranken System bekommt man kaum Anreize, Krankheiten möglichst selbst auf den Grund zu gehen, was in der Regel Voraussetzung für die Heilung ist. Solange sich Patienten nicht einmal um eine Rechnung kümmern müssen, bleiben nicht wenige Patienten über Jahre arme Schlucker und Tröpfe, was aber für volle Wartezimmer sorgt und Geldschneidern der Reparatur- und Ersatzteilmedizin zu Profiten verhilft. Werden solche Missstände nicht angegangen, werden sich weiter auch ungeeignete junge Leute für ein Medizinstudium bewerben, das letztlich auf erhebliche Kosten für die Steuerzahler hinausläuft, ohne das mehr Gesundheit herauskommt.
Simon Kirschner
Bad Endorf