Zum Artikel „Kein müder Cent für die Fachhochschule“ (Lokalteil) und zu „Hochschule gemeinsam finanzieren“ (Leserbrief):
Leserbriefschreiber Oelmaier muss ich widersprechen. Es kann nicht angehen, dass Mühldorf für seine Hochschulpläne entgegen der ursprünglichen Ausschreibung irgendeinen Cent seitens des Landkreises erhält. Das wäre seitens der Verantwortlichen grob fahrlässig und würde zukünftigen Regelverstößen auch anderer Gemeinden Tür und Tor öffnen. Warum sollte man sich an Regeln halten, wenn es die Kreisstadt schon nicht tut? Die Vorgaben zur Bewerbung waren klar umrissen. Die Gemeinde hat die Kosten zu tragen. Waldkraiburg hat ein ehrliches Angebot abgegeben, das von Mühldorfer Seite war von vorne herein so ausgelegt, dass es für die Stadt nicht finanzierbar ist. Das war jedem klar, der die Mühldorfer Haushaltsplanungen der letzten Jahre verfolgt hat. Nichtsdestotrotz hat man wohl beruhigt darauf spekuliert, dass der Landkreis schon einspringen wird, wenn die Hochschule mal durch ist und die Stadt die Kosten nicht mehr tragen kann. Schließlich kann man ja die Kreisstadt dann nicht im Regen stehen lassen. Es hat mittlerweile Tradition, dass statt Einbindung aller Landkreisgemeinden, auch unter Verteilung von wichtigen Einrichtungen und Ämtern, eine Stärkung des Landkreises zu forcieren, solche Einrichtungen ausschließlich nach Mühldorf kommen, obwohl schon lange deutlich ist, dass die Stadt das alles allein nicht tragen kann. Durch diese Zentralisierung ist mittlerweile der Landkreis einer der wirtschaftlich schlechtesten in ganz Oberbayern. Mühldorf ist somit der falsche Standort für die Hochschule. Deshalb sollte, auch im Sinne der Zukunft unseres Landkreises, das Projekt Hochschulstandort Mühldorf umgehend beendet und das Waldkraiburger Angebot unterstützt werden.
Michael Lode
Waldkraiburg