Zur Meldung „Mehr Vergiftungen durch Lebensmittel“ (Weltspiegel-Seite):
Ein riesiges Schmerzkapitel ist die Verschlimmbesserung der Milch durch den hohen technisch-apparativen und medizinischen Aufwand, sowie die Schadstoffvergiftung der Weiden am Rande von Industriegebieten oder an der Autobahn mit Cadmium, Blei, Quecksilber oder Arsen im Gras. Kritiker bemängeln auch seit langem, dass die Melkmaschinen häufigere Eutererkrankungen verursachen als Handmelkung. Die gegen die Euterentzündung eingesetzten Chemotherapeutika, vor allem Antibiotika, finden sich immer wieder und trotz der vorgeschriebenen Fünf-Tage Wartefrist als Rückstände in der Milch. Mit der Einführung intensiver landwirtschaftlicher Produktion kam es zu einem systematischen Einsatz von Giften in Form von Pestiziden und Arzneimittel. In der Milch finden sich vor allem die fettlöslichen und äußerst persistenten Kohlenwasserstoffe wie DDT und Lindan wieder, die zur Ektoparasiten-Bekämpfung an den Tieren selbst und als Insektizide im Stall verwendet werden. Wir Laien glauben an die deutsche Kontrollregelung, aber sie wird längst unterwandert durch die Importe von Futtermittel. Die Rohmilchabgabe beim Bauern sollte auch nicht verallgemeinert werden. Biobauern etwa richten sich nach den strengen Vorgaben von Naturland und Demeter. Sie produzieren das Futter selbst, verzichten dabei auf chemisch-synthetische Düngemittel und sie werden regelmäßig kontrolliert. Ein Zitat von Bernard Shaw: „Die Menschen sterben nicht, sie bringen sich um“.
Gudrun Baumann-Sturm
Raubling
Immer wieder kann man vom Infektionsrisiko durch Lebensmittel, insbesondere durch nicht erhitzte Rohmilch lesen. So erschien diese Meldung mit neuen Zahlen, die durchweg als erschreckend interpretiert wurden. Wer in einem Gesundheitsberuf arbeitet, kann allerdings zu einer etwas anderen Interpretation gelangen. Laut Arzneimittelreport der Barmer GEK aus dem Jahr 2016 stiegen die Verordnungszahlen der sogenannten „Säureblocker“ drastisch an. Demnach nimmt jeder zehnte gesetzlich Versicherte täglich ein solches Arzneimittel und hemmt damit die Produktion seiner Magensäure, welche unter anderem die Abtötung von Keimen zur Aufgabe hat. Um den Zusammenhang mit erhöhten Infektionszahlen beim Verzehr von Lebensmitteln mit natürlichem Keimgehalt zu sehen, muss man nun nur noch eins und eins zusammenzählen. Auch die Anwendung von „Kortison“ und anderen Arzneimitteln zur Unterdrückung der Immunabwehr, etwa in der Behandlung von chronischen Entzündungsreaktionen in Gelenken oder im Verdauungstrakt, kann das individuelle Risiko einer Infektion durch natürlicherweise keimhaltige Nahrungsmittel erhöhen. Es ist also nicht unbedingt der Verzehr der Lebensmittel unsicherer geworden, sondern jeder sollte sein persönliches Risiko überprüfen, auch mit professioneller Hilfe.
Dr. Christian Guse
Neumarkt-St. Veit